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Weitere Gift-Opfer auf Berlins Weihnachtsmärkten

Weihnachtsmarkt in BerlinGroßansicht

Berlin (dpa) - Auf Berlins Weihnachtsmärkten wächst die Angst vor einem mysteriösen Giftmischer, nachdem am Wochenende weitere Attacken bekanntgeworden sind.

Mit Freigetränken hat der Unbekannte womöglich schon acht Menschen vergiftet, die anschließend über Übelkeit klagten und teilweise im Krankenhaus behandelt wurden. Im jüngsten Fall wurde eine 15-Jährige am Samstagabend auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz zu einem Getränk eingeladen.

Im Gegensatz zu den anderen bekannten Fällen trug der Täter aber ein Weihnachtsmannkostüm. Außerdem soll er - anders als bisher - Pappbecher statt Schnapsfläschchen gereicht haben. Darum ist unklar, ob es sich um den gleichen Mann handelt, der seit Tagen auf Berliner Weihnachtsmärkten sein Unwesen treibt.

Die Polizei und die Weihnachtsmarkt-Betreiber warnen nachdrücklich vor dem Konsum von Getränken, die nicht an den Ständen des jeweiligen Weihnachtsmarktes gekauft wurden. Die 15-Jährige, die laut Polizei nichts von den bisherigen Fällen wusste, nahm die Einladung eines Fremden an und klagte danach über Übelkeit und Erinnerungsverlust. Sie kam zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.

Wie erst am Samstag bekannt wurde, begannen die Gift-Attacken wohl schon am Mittwoch. An diesem Tag klagten auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais eine 24-Jährige und ein 26-Jähriger über Übelkeit, nachdem ein Unbekannter sie zum Schnapstrinken eingeladen hatte.

Die Täterbeschreibung deckt sich mit dem Mann, der am Donnerstag fünf weitere Menschen vergiftet haben soll. Der Gesuchte ist etwa 45 Jahre alt und 1,80 Meter groß, hat kurze, dunkelblonde Haare und ein rundliches Gesicht. Auch am Sonntag fehlte von ihm jede Spur. Der genaue Inhalt der Flaschen ist ebenfalls noch unklar. Es soll sich aber um eine Art K.o.-Tropfen handeln.

Nach der ursprünglichen Darstellung der Polizei hatte sich die Frau erst am Freitag bei der Polizei gemeldet. Die Mutter der 24-Jährigen wies dies zurück. Dem «Tagesspiegel» sagte sie, die schon in der Nacht zum Donnerstag informierten Beamten hätten den Fall nicht ernst genommen.

Ein Polizeisprecher bestätigte am Sonntag, dass die Betroffene schon im Krankenhaus mit der Polizei gesprochen habe. Da es keine eindeutigen Befunde für die Ursache der Übelkeit gegeben habe, seien die Beamten zunächst nicht von Körperverletzung ausgegangen.

Beim Opernpalais-Weihnachtsmarkt bezweifelt man die Gift-Attacke. «Unsere Sicherheitsmaßnahmen sind so, dass nichts passieren kann», sagte Veranstalter Joseph Nieke. Andere Berliner Weihnachtsmärkte haben ihr Sicherheitspersonal aufgestockt. «Das Menschenmögliche wird getan», versicherte etwa Christian Wagner vom Schaustellerverband Berlin, der den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche ausrichtet. Allerdings musste er auch einräumen: «Sie können bei zwei bis drei Millionen Besuchern natürlich nicht jeden beobachten.»

Kriminalität / Weihnachtsmärkte
11.12.2011 · 15:03 Uhr
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