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Weitere Bischöfe in Irland zurückgetreten

Kindesmissbrauch in Irlands KircheGroßansicht
London/Dublin (dpa) - Die katholische Kirche in Irland steckt zu Weihnachten in einer ihrer tiefsten Krisen. Nach dem Skandal um den sexuellen Missbrauch tausender Kinder durch irische Geistliche traten zwei weitere Bischöfe zurück.

Eamonn Walsh und Raymond Field, Weihbischöfe der Erzdiözese Dublin, kündigten in Christmetten am Heiligabend an, nach wochenlanger Kritik und steigendem Druck ihr Amt niederzulegen.

Ein Bericht hatte dokumentiert, dass mehr als 300 Kinder in den Jahren 1975 bis 2004 von Priestern in der Erzdiözese sexuell missbraucht wurden. Die Verantwortlichen haben dies laut dem Bericht vertuscht. Die beiden Weihbischöfe Walsh und Field entschuldigten sich in einer gemeinsamen Erklärung bei den Missbrauchsopfern.

Zuvor hatten bereits der Bischof von Limerick, Donal Murray, und der Bischof von Kildare und Leighlin, James Moriarty, ihren Rücktritt eingereicht. Auch mehrere Priester und Diakone baten nach der Veröffentlichung des Berichts um Entbindung von ihren Aufgaben.

Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, rief führende Geistliche dazu auf, ihr Handeln zu überdenken. «Die Diözese enttäuschte ihre verletzlichsten Mitglieder. Die Erzdiözese enttäuschte bei dem Eingeständnis, was zu tun gewesen wäre.» 2009 sei für die irischen Katholiken ein «schmerzliches Jahr» gewesen.

Der Papst hatte vor zwei Wochen den Präsidenten der irischen Bischofskonferenz, Kardinal Sean Brady, und Dublins Erzbischof in Rom empfangen. Der Pontifex sprach mit ihnen und hohen Mitgliedern der vatikanischen Kurie über die Missbrauchsfälle.

Religion / Justiz / Irland
25.12.2009 · 11:45 Uhr
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