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Weiter Zweifel an Einlenken Irans

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Washington/Moskau (dpa) - Im Atomstreit mit dem Iran gibt es weiter Zweifel an einem Einlenken Teherans. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte in Washington, solange nicht ausgeschlossen sei, dass der Iran Atomwaffen entwickle, werde sich seine Regierung alle Optionen offenhalten.

Die Möglichkeit internationaler Sanktionen gegen das Regime in Teheran blieb damit weiter auf dem Tisch.

«Wir warten auf Taten, nicht nur auf Worte», sagte auch US- Außenamtssprecher Philip Crowley. Sollte Teheran sich tatsächlich bewegen und den Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) annehmen, wäre dies im Interesse der iranischen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Dienstag im iranischen Staatsfernsehen überraschend erklärt, sein Land sei bereit, wie von der IAEA vorgeschlagen schwach angereichertes Uran im Ausland weiter anreichern zu lassen, um es dann in einem Forschungsreaktor in Teheran zu verwenden. Dies hatte die iranische Regierung bislang abgelehnt. Der Westen fordert nun von Teheran eine förmliche Erklärung an die IAEA.

Der iranische Botschafter in Moskau formulierte am Donnerstag Bedingungen für ein Einlenken im Atomstreit. Der Iran könne sich zwar vorstellen, niedrig angereichertes Uran gegen das von anderen Ländern hoch angereicherte Uran zu tauschen. Bedingung sei aber, dass ein solcher Tausch «synchron und ausschließlich auf dem iranischen Territorium» erfolge, sagte Botschafter Mahmudresa Sadschadi nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

Damit fiel der Botschafter hinter die Äußerungen Ahmadinedschads vom Dienstag zurück, der eine Urananreicherung im Ausland nicht ausgeschlossen hatte. «Wir sind nicht dagegen, unser niedrig angereichertes Uran ins Ausland zu senden, weil wir eine konstruktive Zusammenarbeit wollen», hatte er gesagt. Unklar blieb, ob der Präsident bei seinem Interview das Einverständnis des obersten iranischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei, hatte. Dieser hat beim Thema Atom das letzte Wort.

Atom / Iran / Russland
04.02.2010 · 14:21 Uhr
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