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Weiter Streit in Linkspartei um Ernst

Linken-Chef Klaus Ernst steht parteiintern wegen seiner Bezüge unter BeschussGroßansicht

München/Berlin (dpa) - Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, steht parteiintern wegen seiner Bezüge weiter unter Beschuss. Der ehemalige PDS-Wahlkampfmanager André Brie sagte dem Magazin «Focus», Ernsts Verhalten habe «ein tiefes Befremden» in den ostdeutschen Parteiverbänden ausgelöst.

«Wer sich für sozial Benachteiligte einsetzt, sollte auch persönlich Bescheidenheit üben», so Brie. «Für andere Parteivorsitzende mag Ernsts Maßstab ja passen. Aber eine linke Partei muss für sich andere Maßstäbe anlegen.»

Die Kritik entzündet sich vor allem daran, dass Ernst eine Parteizulage von 3500 Euro und eine Fraktionszulage von 1913 Euro monatlich bezieht. Mit den Diäten als Bundestagsabgeordneter von 7668 Euro summieren sich die Bezüge auf rund 13 000 Euro im Monat. Es gebe «heiße Diskussionen in der Partei», bestätigte der Geschäftsführer der sächsischen Linkspartei, Rico Gebhard, dem Magazin. «Wir bekommen ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn der Verdacht auf Selbstbedienungsmentalität entsteht», sagte er.

Sachsen-Anhalts Linksparteifraktionschef Wulf Gallert forderte die Parteiführung auf, noch einmal darüber nachzudenken, «ob beide Zulagen tatsächlich so gewollt sind. Einkommensfragen sind in unserer Partei nicht ohne».

Parteien / Linke
07.08.2010 · 11:45 Uhr
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