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Weiter eisglatte Straßen - «Daisy» kostet Millionen

Glätte-Unfälle im NordenGroßansicht
Hamburg (dpa) - Festgefrorener Schnee und Matsch haben am Dienstag Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern das Leben schwer gemacht. Auch Bahnreisende mussten sich auf vielen Strecken erneut in Geduld üben.

Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg fuhren viele Züge mit Verspätung. Die Fahrgäste mussten sich nach Angaben der Bahn den ganzen Tag auf Störungen einstellen. Fluggäste hatten es besser: Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt meldete weder Ausfälle noch Verspätungen.

Unterdessen wurden die ersten Sorgen über die immensen Kosten laut, die Sturmtief «Daisy» angerichtet hat. «Das geht in die Millionen», sagte Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag in Schwerin der dpa. Es sei aber noch zu früh für eine genaue Aufstellung der Ausgaben für die Schneeräumungen, die auf die ohnehin klammen Gemeinden und Kreise zukommen. Der Dauereinsatz von mehr als 20 Räumfahrzeugen habe allein die Stadt Fehmarn rund 250 000 Euro gekostet, sagte Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt (parteilos). In vielen Ostseebädern an der Lübecker Bucht wurden Promenaden und Seebrücken beschädigt, tausende Kubikmeter Strandsand wurden weggespült.

Auf den Autobahnen und Bundesstraßen kamen auch am Dienstag Lastwagen und Autos öfter ins Rutschen, krachten in Leitplanken oder ineinander. Tragisch endete ein Unfall im Schwarzwald, wo eine Frau mit ihrem Kleinwagen auf einer eisglatten Brücke ins Schleudern geriet und mit einem entgegenkommenden Auto und Lastwagen zusammenstieß: Sie und zwei Insassen des anderen Wagens starben.

Wegen eines umgekippten Lastwagens wurde die Autobahn 2 bei Lehrte nahe Hannover für etwa sieben Stunden gesperrt. Dagegen war die gesperrte A 20 zwischen Gützkow und Greifswald am Morgen wieder frei. Bis zu vier Meter hohe Schneewehen hatten tagelang den Verkehr in Richtung Rostock/Lübeck blockiert. Schon am Montagabend war die A 19 zwischen Rostock und Berlin wieder geöffnet worden, nachdem sie für Stunden zwischen Kavelstorf und Laage in Richtung Berlin wegen Glätte unbefahrbar war.

Im im Nordosten Deutschlands wollte die Bahn den Verkehr auf mehreren verschneiten Strecken am Mittwoch wieder aufnehmen. Die Verbindung Stralsund- Pasewalk werde voraussichtlich zum Betriebsbeginn am Mittwoch wieder durchgängig befahrbar sein, teilte die Bahn in Berlin mit. Damit könnten die Züge der Regionalexpresslinie 3 wieder von Stralsund über Berlin nach Elsterwerda fahren. Die Intercity-Züge von Stralsund über Greifswald nach Berlin sollen vom Vormittag an wieder planmäßig verkehren.

Am Dienstagabend sollte bereits ein Abschnitt der verschneiten Strecke zwischen Pasewalk und Züssow (Ostvorpommern) wieder befahrbar sein. Dort war bei Ducherow ein Regionalzug aus den Schneemassen befreit worden. Rund 50 Helfer des Technischen Hilfswerks hatten zudem einen Zug der Usedomer Bäderbahn bei Züssow aus dem Schnee geschaufelt. Ein weiterer Zug der Usedomer Bäderbahn saß auf dieser Strecke bei Miltzow (Nordvorpommern) noch fest.

In Großstädten wie Dresden konnte der Winterdienst anfangen, auch die Nebenstraßen zu räumen. Probleme hatten aber zum Beispiel in Mannheim Autofahrer, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren. Dort blieben deswegen schon am Montagabend viele Autos auf glatten Straßen und an Steigungen liegen, sagte ein Polizeisprecher. Fußgänger und Radfahrer kämpften sich vielerorts über vereiste Wege und Bürgersteige, manche wichen auf die gut geräumten und gestreuten Fahrbahnen der Straße aus.

Tauwetter ist vorerst nicht in Sicht. Auch die Schifffahrt muss sich auf Behinderungen wegen des Dauerfrostes einstellen. Die ersten Ostsee-Randgewässer wie zum Beispiel das Kleine Haff und der Peenestrom wurden für die Schifffahrt geschlossen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock mit. Dort sei das Eis inzwischen 10 bis 15 Zentimeter stark.

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12.01.2010 · 19:18 Uhr
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