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Walfang-Tagung ohne Ergebnisse abgebrochen

BuckelwalGroßansicht
Lissabon/Funchal (dpa) - Die 61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) ist am Freitag ohne konkrete Ergebnisse offiziell zu Ende gegangen.

Die 85 IWC-Mitgliedsländer hatten sich am Donnerstag in Funchal lediglich darauf geeinigt, auch die vorgesehene Abstimmung über einen umstrittenen Antrag Dänemarks zu vertagen. Zuvor war beschlossen worden, dieses Jahr keine «kontroversen Resolutionen anzugehen». Die Verhandlungen auf der portugiesischen Insel Madeira waren nach Angaben von Tierschützern daher quasi schon am Donnerstagabend vorzeitig abgebrochen worden.

Die Wale und die in der Dänemark-Frage gespaltene Europäische Union seien die «großen Verlierer» des Treffens, klagte die Tierschutz-Organisation «Pro Wildlife» in einem Abschlussbericht. Die IWC will nun vor Jahresende eigens eine Zwischenkonferenz zu Dänemark einberufen. Auch das genauso umstrittene Thema der Gewährung eines Küstenwalfangs für Japan wurde in eine sogenannte Interimsarbeitsgruppe verlegt. Verbände befürchten, dass sie in beiden Fällen von den Gesprächen ausgeschlossen werden.

Das Treffen in Funchal wurde vor allem vom dänischen Antrag beherrscht. Kopenhagen will, dass den indigenen Einwohnern Grönlands in den nächsten fünf Jahren die Jagd auf insgesamt 50 Buckelwale, die wegen ihrer Walgesänge besonders symbolträchtig sind, erlaubt wird. Dänemark und die Befürworter-Staaten beteuern, die Tötung von zehn Buckelwalen pro Jahr gefährde den Bestand nicht. Tierschützer entgegnen, Grönland habe seine Quote für den Walfang indigener Einwohner zur Selbstversorgung während der vergangenen zehn Jahre nie voll ausgenutzt und Walfleisch verderben lassen - oder an Touristen verkauft.

Ein seit 1986 geltendes Walfangverbot wird von Norwegen und Island ignoriert. Japan beachtet formal zwar das Moratorium, nutzt aber ein Schlupfloch, das Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Indigene Völker dürfen trotz des Verbots eine begrenzte Zahl Großwale zur Selbstversorgung jagen.

Tiere / Umwelt / Norwegen
26.06.2009 · 14:45 Uhr
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