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Wahltermin in Großbritannien steht endlich fest

Der britische Premierminister Gordon Brown muss sich am 6. Mai dem Votum der Wähler stellen.Großansicht
London (dpa) - Der Wahlkampf in Großbritannien ist offiziell eröffnet: Nach monatelangen Spekulationen setzte Premierminister Gordon Brown am Dienstag die Parlamentswahl für den 6. Mai an. Er bat die Queen dafür formell um die Auflösung des Parlaments.

Um den Termin für die Unterhaus-Wahl, den der Premier in Großbritannien selbst festlegen darf, war seit Browns Amtsantritt im Juni vor drei Jahren debattiert worden. Vor der Wahl wird es - erstmals in der Geschichte Großbritanniens - mehrere TV-Duelle geben. Dabei stellen sich die Chefs der drei größten Parteien den drängenden Fragen der Wähler. Das erste Duell findet am 15. April statt.

Der Ausgang der Wahl gilt als ungewiss wie seit langem nicht mehr, da Browns sozialdemokratische Labour-Partei nach einer langen Talfahrt in den Umfragen zuletzt stark aufgeholt hat. Es wird daher ein äußerst spannendes Rennen erwartet. Die konservativen Tories hoffen, dass sie die Herrschaft der Labour-Partei nach 13 Jahren beenden können.

Vor Brown holte Tony Blair für Labour drei Wahlsiege in Folge; Brown selbst musste sich dem Votum der Wähler bisher nicht stellen, da er 2007 nach Blairs Rücktritt das Amt direkt übernommen hatte.

Insgesamt werden Abgeordnete in 650 Wahlkreisen gewählt. Da die Briten ein Mehrheitswahlrecht haben, entscheidet die Anzahl der Kandidaten, die tatsächlich gewinnen, über das spätere Verhältnis im Parlament. Eine Zweitstimme wie in Deutschland gibt es nicht. Das Parlament wird am 12. April aufgelöst. Gewählt wird nach alter Tradition an einem Donnerstag.

Nach der Ankündigung des Termins brachen sowohl Brown als auch sein konservativer Herausforderer David Cameron von London aus sofort per Zug zu Wahlkampfveranstaltungen im Land auf. Brown besuchte zusammen mit seiner Frau Sarah einen Supermarkt in der Grafschaft Kent und sprach dort mit den Mitarbeitern.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfes dürfte die Wirtschaftskrise stehen, die die Briten besonders hart getroffen hat. «Großbritannien ist auf dem Weg der Erholung, und wir dürfen diese Erholung auf keinen Fall riskieren», sagte Brown vor seinem Amtssitz in der Downing Street. Erst vor kurzem war das Land aus der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gekommen.

«Es ist die wichtigste Wahl sei Generationen», erklärte Tory-Chef Cameron. «Ihr müsst Gordon Brown nicht fünf weitere Jahre ertragen.» Es sei an der Zeit für «den Wandel und für einen Neustart».

Browns Partei dümpelte in Umfragen über Monate hinweg bis zu 20 Prozentpunkte hinter den Tories. Vor allem der Skandal um falsch abgerechnete Spesen der Abgeordneten hätte die Regierung im vergangenen Jahr fast zusammenbrechen lassen. Der Abstand schrumpfte zuletzt jedoch auf zehn bis vier Punkte zusammen.

Es ist möglich, dass beide großen Parteien keine Mehrheit bekommen und sie somit eine Koalition mit einer dritten Partei bilden müssen. Das Augenmerk liegt dabei auf den Liberaldemokraten, die in Umfragen bei rund 20 Prozent liegen. Deren Parteichef Nick Clegg betonte deshalb am Dienstag, dass die Wahl kein «Rennen mit nur zwei Pferden» sei.

Wahlen / Großbritannien
06.04.2010 · 16:57 Uhr
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