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Wahlsiegerin Bachelet geht in Stichwahl gegen Matthei in Chile

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Santiago de Chile (dpa) - Die Sozialistin Michelle Bachelet hat am Sonntag die erste Runde der Präsidentenwahl in Chile gewonnen. Die Kandidatin der Mitte-Links-Koalition Neue Mehrheit verfehlte jedoch mit 46,7 Prozent die absolute Mehrheit.

Sie muss am 15. Dezember bei einer Stichwahl gegen die Kandidatin der rechten Koalition Allianz für Chile, Evelyn Matthei, antreten, die mit 25,0 Prozent den zweiten Platz belegte.

Auf Platz drei kam der unabhängige linke Bewerber Marco Enríquez-Onimani mit 11,0 Prozent, gefolgt vom populistischen Kandidaten Franco Parisi mit 10,1 Prozent. Die restlichen fünf Kandidaten erhielten jeweils unter drei Prozent der Stimmen.

Chile habe mit breiter Mehrheit für eine gebührenfreie Bildung, eine Steuerreform und eine neue Verfassung «ohne autoritäre Züge» gestimmt, erklärte Bachelet vor ihren Anhängern nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Die in Chile gültige Verfassung wurde 1980 zu Zeiten der Diktatur Augusto Pinochets (1973-1990) verfasst. Die 62-Jährige, deren Kandidatur von Sozialisten, Christdemokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten unterstützt wird, war schon einmal von 2006 bis 2010 Staatschefin.

Matthei lehnt eine Verfassungsreform ab. Die Chilenen, die nicht auf der Straße protestierten, sondern Tag für Tag ihre Arbeit verrichteten, schätzten, dass in den vergangenen Jahren ein solides Land aufgebaut worden sei, erklärte sie am Sonntagabend (Ortszeit). Matthei versprach, die von den sieben in der ersten Wahlrunde ausgeschiedenen Kandidaten aufgestellten Forderungen nach mehr Autonomie für die Regionen, stärkerem Umweltschutz und nach einer Bekämpfung der Ungleichheit in ihr Regierungsprogramm aufzunehmen.

Enríquez-Onimani sagte einen Sieg Bachelets in der Stichwahl voraus. Er werde ihrer Regierung jedoch keinen Blankoscheck ausstellen, sondern auf einem radikalen Reformprogramm bestehen. «Meine Kandidatin ist die Verfassungsreform», erklärte der von der Sozialistischen Partei abgesprungene Politiker. Auch Parisi begrüßte Bachelet als «nächste Präsidentin Chiles» und kritisierte Matthei als «schlechte Person», erklärte aber, er werde sich in der Stichwahl der Stimme enthalten.

An der Wahl nahmen 49 Prozent der knapp 13,6 Millionen Wahlberechtigten teil. «Wir hätten uns eine größere Wahlbeteiligung gewünscht», erklärte Staatschef Sebastián Piñera. Es war die erste Präsidentenwahl, bei der sich die Stimmberechtigten nicht vorher registrieren mussten. Für die Eingeschriebenen galt bislang Wahlpflicht, die für diesen Urnengang abgeschafft worden war.

Neben dem Präsidenten wurden auch alle 120 Abgeordneten und 20 der 38 Senatoren neu bestimmt. Die Mitte-Links-Koalition Bachelets stellt im neuen Parlament 68 Abgeordnete und wird über 21 Sitze im Senat verfügen. Diese Mehrheiten reichen jedoch nicht für eine Verfassungsreform aus. Auch eine Bildungsreform erfordert eine in der Verfassung festgelegte Mehrheit von vier Siebtel der Stimmen, um im Parlament durchgesetzt werden zu können. Die Amtsübernahme der künftigen Präsidentin ist für den 11. März 2014 vorgesehen.

Wahlen / Parlament / Präsident / Chile
18.11.2013 · 14:11 Uhr
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