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Wahlschlappen für Obamas demokratische Partei

Die Partei von US-Präsident Obama musste bei Gouverneurswahlen in zwei US-Bundesstaaten Niederlagen einstecken.Großansicht
Washington (dpa) - Ein Jahr nach dem historischen Wahlsieg von Präsident Barack Obama haben die Demokraten bei Gouverneurswahlen in zwei US-Bundesstaaten Niederlagen einstecken müssen. In Virginia und in New Jersey, wo bislang Demokraten regierten, setzten sich jeweils republikanische Kandidaten durch.

Bei der Bürgermeisterwahl in New York konnte sich der parteilose Medienmogul Michael Bloomberg (67) eine dritte Amtszeit sichern - allerdings mit einem deutlich geringeren Vorsprung als erwartet: Er setzte sich mit nur 51 zu 46 Prozent gegen seinen demokratischen Herausforderer William Thompson (56) durch.

Die Republikaner werteten die Erfolge bei den Gouverneurswahlen als Votum gegen Obama und als «Schlag» für den Präsidenten. Die meisten US-Medien und unabhängige Experten sahen dagegen keine «Testwahl» für Obama, da die Entscheidungen in beiden Staaten weitgehend im Zeichen der Wirtschaftslage standen und zudem von regionalen Themen dominiert wurden. Aber auch sie sprachen von einem «Warnzeichen» für die Demokraten, da sich viele Unabhängige, die vor einem Jahr für Obama stimmten, bei den Gouverneurswahlen auf die Seite der Republikaner schlugen.

Das sei eine Entwicklung, die die Demokraten im Auge behalten müssten, schrieb am Mittwoch beispielsweise die «Washington Post». Die «Koalition» bei den Wahlen vor einem Jahr habe Risse bekommen - ein Signal «für die Demokraten: Es ist nicht mehr 2008».

Neuer Gouverneur in Virginia wird der Republikaner Robert McDonnell, der den Demokraten Creigh Deeds mit 59 zu 41 Prozent deutlich abhängte. Die Republikaner gewannen in Virginia auch die Posten des Vizegouverneurs und des Generalstaatsanwalts. In New Jersey verlor der demokratische Amtsinhaber Jon Corzine mit 45 zu 49 Prozent der Stimmen gegen den Republikaner Chris Christie.

Obama hatte den traditionell eher konservativen Staat Virginia bei der Präsidentschaftswahl am 4. November 2008 als erster demokratischer Kandidat seit 1964 gewonnen. Zuletzt hatte es dort mit Tim Kaine, der nicht wieder antreten durfte, auch einen demokratischen Gouverneur gegeben.

Allerdings gab es am Dienstag ein Trostpflaster für die Demokraten: Bei einer Kongress-Nachwahl im Staat New York gewann ihr Kandidat Bill Owens. Es ist das erste Mal in mehr als 100 Jahren, dass ein Demokrat in diesem Kongressbezirk siegte. Owen profitierte dabei von tiefer Zerstrittenheit der Republikaner. Ihre gemäßigte Kandidatin, die in vielen sozialen Fragen wie der Abtreibung liberale Positionen vertritt, hatte nach heftiger Kritik aus den eigenen Reihen kurz vor der Wahl das Handtuch geworfen und sich für Owen stark gemacht.

Erster wirklicher Stimmungstest für Obama sind die Kongresswahlen in einem Jahr. Dann werden das gesamte Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt.

In New York war Bloomberg als haushoher Favorit ins Rennen gegangen. Meinungsumfragen hatten auf einen Vorsprung von 12 Prozentpunkten und mehr hingedeutet. Der Dämpfer für ihn überraschte umso mehr, als Bloomberg für seinen Wahlkampf fast 100 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) aus eigener Tasche gezahlt hatte.

Wahlen / USA
04.11.2009 · 18:22 Uhr
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