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Wahlforscher erwartet Schwarz-Gelb

Merkel und WesterwelleGroßansicht
Berlin (dpa) - Trotz leichter SPD-Zugewinne in den jüngsten Umfragen sieht der Wahlforscher Matthias Jung unmittelbar vor der Bundestagswahl keine Trendumkehr. Es gebe weiterhin eine «knappe, aber sichere Mehrheit für Schwarz-Gelb», sagte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen (Mannheim).

Den Sozialdemokraten drohe «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» das schlechteste Bundestagswahlergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik, sagte Jung dem Berliner «Tagesspiegel»: «25 Prozent ist der obere Rand des Möglichen für die SPD».

In den Tagen vor der Wahl legt kein Umfrageinstitut mehr Prognosen zur sogenannten Sonntagsfrage vor. Die letzten Befragungen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und FDP sowie SPD, Grünen und Linkspartei ergeben. Doch ist eine große Zahl der Wähler immer noch unentschlossen, wo sie ihr Kreuz machen. Entscheidend könnten die Überhangmandate werden. Die meisten Experten erwarten, dass besonders die Union davon profitiert.

Am Mittwoch veröffentlichten drei Institute Prognosen, die in der Tendenz ähnlich waren. Demnach verloren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Union seit dem TV-Duell an Zustimmung, die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier holte auf. Das Forsa- Institut sah Schwarz-Gelb zuletzt bei 48 Prozent (Union 35, FDP 13 Prozent). Die SPD konnte auf 26 Prozent (+2) zulegen. Grüne (11 Prozent) und Linke (10 Prozent) blieben unverändert.

Auch eine Allensbach-Umfrage für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» ermittelte für CDU/CSU 35 sowie 13,5 Prozent für Wunsch- Koalitionspartner FDP. Die SPD konnte hier mit 24 Prozent, die Grünen mit 11 Prozent rechnen. Die Linkspartei käme auf 11,5 Prozent - zusammen also 46,5 Prozent. Das Berliner Institut Info GmbH ermittelte im Auftrag des «Handelsblatts» am Mittwoch für Schwarz- Gelb nur noch 46 Prozent - für SPD, Grüne und Linke hingegen 49 Prozent. Die Union rutschte dort auf 34, die FDP auf 12 Prozent ab. Die SPD konnte sich auf 27 Prozent verbessern, Die Linke erzielte in der Umfrage 12 Prozent, die Grünen 10 Prozent.

Vor der Wahl 2005 lagen die Meinungsforscher jedoch klar daneben. Damals sagten sie Schwarz-Gelb voraus. Die Union schnitt aber erheblich schwächer ab als erwartet.

Nach Meinung von Wahlrechts-Experten könnten diesmal die Überhangmandate den Ausschlag für eine schwarz-gelbe Mehrheit geben. Solche Mandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt als ihr nach den Zweitstimmen eigentlich zustünden. Die Linkspartei erwägt deshalb bereits den Gang zum Verfassungsgericht. Angesichts des bisherigen Wahlkampf-Verlaufs erwarten Experten eine niedrige Wahlbeteiligung. Bei der Wahl 2005 lag die Beteiligung bei 77,7 Prozent.

Wahlen / Bundestag / Umfragen
25.09.2009 · 09:13 Uhr
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