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Wahlen: In Kiel alles offen - in Potsdam SPD vorn

Wahlplakate von Ministerpräsident Carstensen (CDU) und seinem Herausforderer Stegner (SPD) in Kiel.Großansicht
Kiel/Potsdam (dpa) - Eineinhalb Wochen vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Brandenburg wird es für die CDU im Norden immer enger. Erstmals wünscht sich in einer Umfrage eine knappe Mehrheit der Schleswig-Holsteiner eine SPD-geführte Landesregierung.

Allerdings hat das von CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen angestrebte schwarz-gelbe Bündnis in der sogenannten Sonntagsfrage noch eine ganz knappe Mehrheit der Mandate. In Brandenburg baut die SPD von Ministerpräsident Matthias Platzeck die zeitweilig nur noch knappe Führung vor der konkurrierenden Linken wieder aus, wie die am Mittwochabend von den ARD-«Tagesthemen» veröffentlichte Infratest- dimap-Umfrage weiter ergab. In beiden Ländern wird am 27. September parallel zur Bundestagswahl gewählt.

Schleswig-Holstein: «Spitz' auf Knopf»

In Kiel gaben sich am Donnerstag sowohl Carstensen als auch SPD- Spitzenkandidat Ralf Stegner siegesgewiss. Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold konstatierte aber nach der Umfrage: «Es steht Spitz' auf Knopf, wer dieses Land regiert.» Die Vorsitzende des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) im Landtag, Anke Spoorendonk, erklärte: «Das Kalkül der CDU, durch die vorgezogene Landtagswahl Rückenwind für eine Zweierkoalition mit der FDP zu bekommen, ist nicht aufgegangen.» Der SSW - die Partei der dänischen Minderheit - könnte eine Schlüsselrolle bei der Koalitionsbildung spielen - je nachdem, welchem Lager sich die von der 5-Prozent-Hürde befreite Partei anschließt: Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün.

Die vorfristige Neuwahl war nötig geworden, nachdem die CDU die Koalition mit der SPD beendet und Carstensen die SPD-Minister entlassen hatte.

In der Sonntagsfrage verharrt die CDU gegenüber der Vorwoche bei 33 Prozent (2005: 40,2), ihr Wunsch-Koalitionspartner FDP kommt auf 14 Prozent (-1; 2005: 6,6). Die SPD verbessert sich auf 25 Prozent (+1; 2005: 38,7). Die Grünen legen auf 13 Prozent zu (+1; 2005: 6,2), die Linken rutschen auf 6 (-2; PDS 2005: 0,8) und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) steigt auf 5 Prozent (+1; 2005: 3,6). Prozentual hätte Schwarz-Gelb damit zwar keine Mehrheit - bei den Mandaten würde es für das Bündnis aber knapp reichen. Grund ist das Verfahren zur Sitzberechnung.

Brandenburg: 70 Prozent für Platzeck

In Brandenburg geht SPD-Generalsekretär Klaus Ness trotz des Aufwindes für seine Partei nach eigenen Worten weiter von einem knappen Rennen zwischen Sozialdemokraten und Linken aus. Laut der Umfrage legt die SPD gegenüber der Vorwoche deutlich auf 34 Prozent zu (+3; 2004: 31,9). Die CDU verliert leicht und kommt auf 21 Prozent (-1; 2004: 19,4). Die Linke verharrt weiter bei 28 Prozent (PDS 2004: 28,0). Die FDP kann sich mit 7 Prozent (-1; 2004: 3,3) berechtigte Hoffnung auf den Einzug ins Landesparlament machen. Die Grünen kommen hingegen über 4 Prozent nicht hinaus (2004: 3,6). Für die bislang im Landtag sitzende rechtsextreme DVU votieren nur 1 Prozent (2004: 6,1). 70 Prozent der Befragten sprechen Platzeck ihr Vertrauen aus, 49 Prozent votieren für eine SPD-geführte Landesregierung.

Die Spitzenkandidatin der Linken, Kerstin Kaiser, sagte, ihre Partei kämpfe bis zum Schluss für einen Politikwechsel. Sie wolle ein Brandenburg, in dem niemand zurückgelassen werde und das gehe nur mit einer Linken, die «auf Augenhöhe mit der SPD ist und nicht in deren Fahrwasser».

Für die Umfrage hat Infratest dimap vom 14. bis 16. September 1002 Schleswig-Holsteiner und 1000 Brandenburger befragt. Die Fehlerquote gibt das Institut mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte an.

Wahlen / Landtag / Schleswig-Holstein / Umfrage
17.09.2009 · 16:13 Uhr
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