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Wahlen im Sudan haben begonnen

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Nairobi/Khartum (dpa) - Im Sudan haben am Sonntag die ersten Parlaments- und Präsidentenwahlen nach dem vor fünf Jahren beendeten blutigen Bürgerkrieg begonnen. Im teilautonomen Süden werden zudem ein eigener Präsident und ein südsudanesisches Parlament gewählt.

Am ersten der insgesamt drei Wahltage herrschte Medienberichten zufolge lebhafter Andrang in den Wahllokalen. Der Rundfunksender Radio Miraya berichtete, vor allem im Süden sei es in mehreren Bundesstaaten zu Verzögerungen beim Wahlbeginn gekommen. Einige Wahllokale öffneten erst mittags, nachdem sich bereits lange Warteschlangen gebildet hatten.

Präsident Omar al-Baschir, dessen Wiederwahl als so gut wie sicher gilt, und der südsudanesische Präsident Salva Kiir gaben am Sonntagvormittag in Khartum beziehungsweise Juba ihre Stimme ab. Für Kiir war es wie für viele seiner südsudanesischen Landsleute die erste Wahl seines Lebens. Im vollen Wahllokal musste er 20 Minuten warten, bis er seine Stimme abgeben konnte, berichtete der britische Rundfunksender BBC. Zu den Wahlen haben sich 16,5 Millionen Wähler registrieren lassen.

Überschattet wird der Urnengang vom Boykott mehrerer Oppositionsparteien im Norden. Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, der zu den internationalen Beobachtern der Wahlen gehört, zeigte sich enttäuscht über die Boykottaktionen. Er erwarte, dass die Wahlen ohne größere Probleme abgehalten werden, sagte er. Das Wahlergebnis wird voraussichtlich am kommenden Sonntag bekanntgegeben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Sudanesen in einer am Samstag verbreiteten Stellungnahme auf, ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen. Die Wahlen seien ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Friedensabkommens von 2005, betonte er.

Im größten Land Afrikas sind die Wahllokale der 25 Bundesstaaten angesichts der großen Entfernungen und schlechten Infrastruktur drei Tage lang jeweils von 08.00 bis 18.00 Uhr (Ortszeit) geöffnet. Die Wahlen werden von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Menschenrechtsgruppen haben im Vorfeld Einschüchterungen und Behinderungen der Opposition sowohl im Norden als auch im Süden angeprangert. Vor allem in der Krisenregion Darfur konnten sich viele der in Flüchtlingslagern lebenden Menschen nicht als Wähler registrieren lassen.

Wahlen / Sudan
11.04.2010 · 14:59 Uhr
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