News
 

Wahl im Irak: Terror und Attacken auf Wahllokale

Wahlvorbereitungen in NadschafGroßansicht
Bagdad/Nadschaf (dpa) - Die Iraker wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Die spannendste Frage ist diesmal, ob die religiösen Parteien der Schiiten und Sunniten das Rennen machen.

Oder ob die eher nationalistisch orientierten säkularen Allianzen von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und Ex-Regierungschef Ijad Allawi besser abschneiden. Terroristen und Aufständische versuchen, den Urnengang massiv zu behindern. In der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf starben am Samstag vier Iraner und ein Iraker, als eine Autobombe auf einem Busbahnhof detonierte. 50 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

In der nördlichen Provinz Salaheddin wurde in der Nacht zum Samstag ein Polizist verletzt, als eine Mörsergranate ein Wahllokal traf, das er bewachen sollte. Unbekannte sprengten in einem von Kurden kontrollierten Bezirk der Provinz Dijala eine Schule in die Luft, die als Wahllokal hätte dienen sollen.

Irakische Medien meldeten, in einigen Bezirken hätten sich die Parteien nicht an die Verordnung der Wahlkommission gehalten, die in den letzten 24 Stunden vor Öffnung der Wahllokale jegliche Werbung und Wahlkampfveranstaltungen verbietet.

Die Polizei nahm am Samstag in der Stadt Hilla südlich von Bagdad einen Kandidaten unter Terrorverdacht fest. Nach Angaben der Wahlkommission handelt es sich um Amer al-Dschanabi, der für die sunnitische Konsensfront kandidieren wollte.

Um Terroranschläge während der Wahl zu verhindern, galt bereits am Samstag in einigen Teilen des Landes ein Fahrverbot. Nach der Festnahme des Kandidaten in Babylon bewerben sich nun noch 6291 Kandidaten um die 325 Abgeordnetenmandate. Unter ihnen sind 1813 Frauen. Fast eine halbe Million Wahlbeobachter hatten sich registrieren lassen. Die meisten von ihnen sind Vertreter von Parteien. Insgesamt 18,9 Millionen Iraker sind wahlberechtigt.

Gemäß der Verfassung gibt es bei diesem Urnengang letztmalig eine Frauenquote von 25 Prozent. Bei der nächsten Parlamentswahl sollen dann keine Sitze mehr für Frauen auf diese Weise reserviert werden.

Die Regierungszeitung «Al-Sabah» berichtete, am Sonderwahltag für Polizisten, Soldaten, Häftlinge und Krankenhauspatienten am vergangenen Donnerstag hätten insgesamt 64 Prozent der rund 950 Wahlberechtigten einen Stimmzettel abgegeben. Seit Freitag läuft die Wahl der Iraker im Exil. Nach Angaben der Wahlkommission sind 2,9 Millionen Iraker im Ausland wahlberechtigt. Die meisten von ihnen hatten nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein durch die US- Armee 2003 das Land verlassen.

Konflikte / Wahlen / Irak
06.03.2010 · 14:58 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
29.05.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen