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Vulkanasche lässt Flüge in Deutschland ausfallen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Vulkanasche aus Island hat auch in Deutschland die Flugpläne durcheinandergewirbelt. Der Hamburger Flughafen bereitete sich am Donnerstagabend auf eine mögliche Sperrung vor.

Tagsüber fielen bereits hunderte Flüge an deutschen Flughäfen aus, weil Airports in Großbritannien und Skandinavien geschlossen worden waren. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) und der Deutsche Wetterdienst rechneten damit, dass die Aschewolke in der Nacht Deutschland überquert. Sperrungen im deutschen Luftraum seien nicht zu erwarten, erklärte die Flugsicherung. Maschinen würden gegebenenfalls wie bei einem Gewitter umgeleitet, sagte DFS-Sprecherin Ute Otterbein in Langen bei Frankfurt. Am Freitag sei noch mit vielen Verspätungen zu rechnen.

Der Deutsche Wetterdienst erwartete, dass die Wolke bis 20.00 Uhr Köln erreicht, gegen 2.00 Uhr Koblenz und gegen 8.00 Uhr in etwa Mannheim, sagte Meteorologin Christina Speicher.

Am Freitagabend werde dann in Norddeutschland ein tiefroter Sonnenuntergang zu sehen sein, da die Partikel das Licht brechen und reflektieren.

Allein am größten deutschen Flughafen in Frankfurt/Main wurden bis Donnerstagnachmittag mehr als 150 Starts und Landungen abgesagt. Zugleich landeten dort ein Dutzend Flugzeuge, die auf dem Weg nach London waren und dort nicht mehr landen konnten, wie Sprecher Wolfgang Schwalm sagte. Es waren vor allem Langstreckenflüge aus den USA oder Asien. Sie waren gestartet, als die Londoner Flughäfen noch offen waren. Zunächst war sogar von mehreren Dutzend umgeleiteten Maschinen die Rede gewesen.

Die gestrandeten Passagiere wurden von den Airlines in Hotels untergebracht. Der Flughafenbetreiber Fraport wollte Feldbetten für Fluggäste aufstellen. Die Auswirkungen der Flugstreichungen seien aber bei weitem nicht so groß wie etwa bei einem Wintereinbruch.

Europas größte Fluggesellschaft Lufthansa berichtete über mehrere Dutzend gestrichene Flüge unter anderem nach London, Birmingham, Manchester oder auch Stavanger in Norwegen. Bei den Flügen nach Nordamerika kam es zu Verspätungen von 30 bis 40 Flugminuten, weil die Maschinen auf einer südlicheren Route die Aschewolke umflogen.

Am zweitgrößten Flughafen Deutschlands in München wurden allein bis zum Mittag etwa 40 Flüge gestrichen. In Düsseldorf fielen bis zum Abend mehr als 90 Maschinen von und nach Großbritannien und Skandinavien aus. In Berlin wurden knapp 50 Flüge annulliert.

Die Folgen und wirtschaftlichen Schäden des Vulkanausbruchs blieben damit deutlich geringer, als am Vormittag zunächst befürchtet worden war.

Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol hatte zunächst erklärt, sie habe Teile des deutschen Flugraums wegen der Vulkanasche gesperrt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellten allerdings klar, dass es keine Sperrung gebe. Mehrere andere Länder in Europa hatten ihre Lufträume dagegen gesperrt.

Ausfälle im Flugverkehr können bei Airlines schnell hohe Kosten verursachen. So hatte die Lufthansa den Schaden durch den eintägigen Pilotenstreik im Februar auf rund 50 Millionen Euro beziffert. Damals waren allerdings auch etwa 2000 Flüge ausgefallen.

Vulkane / Luftverkehr / Island
15.04.2010 · 20:49 Uhr
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