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Vulkan speit viel weniger Asche

Reykjavik (dpa) - Der Gletschervulkan auf Island stößt zunehmend weniger Asche und dafür mehr Lava aus. Ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag: «Das sind gute Nachrichten für Flugreisende in Europa.»

Es sehr «ziemlich unwahrscheinlich», dass diese Entwicklung jetzt erneut umschlage.

Überwachungsflüge hatten bestätigt, dass die für den Flugverkehr in Europa gefährliche Aschewolke über dem Eyjafjalla-Gletscher nur noch eine Höhe zwischen 500 Metern und maximal drei Kilometern erreicht. Außerdem zeigte auch die helle Färbung der Rauchsäule einen wesentlich verminderten Ascheanteil an.

Dafür schleuderte der Vulkan unter dem Eyjafjallajökull am Montag erstmals sichtbar Lava in die Luft. Als wichtigster Grund galt der verminderte Zufluss von geschmolzenem Gletschereis in den Krater. Dessen Vermischung mit Magma hatte zur explosionsartigen Ausbreitung der Asche in die Atmosphäre geführt.

Der Meteorologe Hjörleifur Sveinsbjörnsson sagte zu den Folgen des veränderten Ablaufs bei dem Ausbruch: «Weniger Wasser bedeutet weniger Explosionen und weniger Asche in der Atmosphäre.» In den vergangenen Tagen war die Säule aus Rauch und Asche auf eine Höhe von bis zu elf Kilometern gelangt. Der Wind weht in größeren Höhen weiter in südöstlicher Richtung auf Großbritannien und das südliche Skandinavien zu.

In den unmittelbar am Gletscher gelegenen Siedlungen fielen am Montag große Mengen Asche nieder und machten den Tag für Anwohner zur Nacht. Die Koordinatorin des Zivilschutzamtes, Ólöf Snæhólm Baldursdóttir, sagte telefonisch aus dem Unglücksgebiet: «Manche der Menschen hier können durch die Asche keine zwei Meter weit sehen.»

Die Schule der Ortschaft Vík an der äußersten Südspitze Islands musste geschlossen werden. In der Zeitung «Morgunbladid» sagte der 89-jährige Thordur Thomasson: «So eine Dunkelheit habe ich seit dem Hekla-Ausbruch 1947 nicht erlebt.» Der Hekla ist Islands größter und aktivster Vulkan. Zivilschutz-Chefin Baldursdóttir nannte die Stimmung unter den alles in allem gut 800 Betroffenen des jetzigen Ausbruchs «nach wie vor ruhig und zuversichtlich».

«Wir haben uns hier in Island gut auf so etwas vorbereitet», sagte sie weiter. Es gebe keine Notwendigkeit für Evakuierungen. Sorge bereite den Menschen allerdings, dass im Gefolge des Eyjafjallajökull auch der benachbarte und wesentlich größere Vulkan Katla ausbrechen könnte.

Vulkane / Luftverkehr / Island
19.04.2010 · 23:05 Uhr
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