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Vorwahlen in Iowa - Perry und Bachmann am Ende

Iowa, das Niedersachsen der USA. Ein Agrarstaat, in dem mehr Schweine und Hühner leben als Menschen. Iowa gilt als Wiege der amerikanischen Kultur, das «American Heartland» - Herzstück Amerikas - wird der Staat im Mittleren Westen genannt. Hierher trauten sich einst die ersten Farmer, die später den gesamten amerikanischen Westen eroberten und den englisch dominierten Osten hinter sich ließen. Die so den Ausschlag zur Gründung eines eigenen Staates gaben: der USA.

Vielleicht gibt dieser kulturgeschichtliche Hintergrund den Ausschlag dafür, dass traditionell die ersten Vorwahlen auf der Suche nach einem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten hier stattfinden, im Land der ehrlichen Farmer, der Schweine und Hühner. Vor vier Jahren legte Barack Obama den Grundstein seiner Präsidentschaft in Iowa. 2012 kann er sich zurücklehnen, der amtierende Präsident geht definitiv ein zweites Mal für die Demokraten ins Rennen.

Sie kämpfen wie Raubtiere

Die Republikaner haben sich dagegen noch lange nicht auf einen Herausforderer Obamas geeinigt. Im Gegenteil: Wie Raubtiere bekämpfen sich die Kandidaten nun schon seit Monaten und das in aller Öffentlichkeit. Lange vor dem Vorwahlauftakt im Januar 2012 liefen die Debatten im amerikanischen Fernsehen, zwischenzeitlich mehrmals pro Woche. Eine Mischung aus Reality TV und semi-politischer Schlammschlacht, in der sich die Republikaner gegenseitig mehr Vorwürfe machten als ihrem eigentlichen Gegner Obama.

Und in der sich manch einer so sehr blamierte, dass er jegliche Chance auf das Oval Office im Weißen Haus längst verspielte. Herman Cain, der ehemalige Pizzakettenbesitzer, stieg nach einem Festival der Peinlichkeiten schon vor den Vorwahlen aus dem Rennen aus. Die ultrarechte Michele Bachmann und der texanische Haudegen Rick Perry blieben zwar vorerst im Rennen, mussten aber schon in Iowa herbe Niederlagen einstecken.

Nicht der Sieger überrascht, sondern die Verlierer

Das ist das eigentlich interessante am Ergebnis der ersten Vorwahlen. Die Abstimmung in Iowa hat von der Anzahl der Stimmberechtigten nur wenig Einfluss auf das Endergebnis, gilt aber psychologisch als enorm wichtig, auch für die finanziellen Unterstützer der Kandidaten. Deshalb zieht sich Rick Perry wohl schon nach der ersten Wahl aus dem Rennen zurück - seine Chancen am Ende als Herausforderer Obamas dazustehen, sind nach nur zehn Prozent der Stimmen in Iowa schon jetzt verschwindend gering.

Das gilt auch für Michele Bachmann, die mit nur fünf Prozent die wenigsten Stimmen der sechs übrig gebliebenen Bewerber erhielt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Bachmann aufgeben muss. Mitt Romney, der landesweit in Umfragen als Favorit gilt, wurde mit insgesamt 24,6 Prozent der Stimmen seiner Rolle gerecht.

Überraschend ist, dass Newt Gingrich, der ebenfalls als aussichtsreicher Kandidat gilt, mit gerade mal 13 Prozent nur den vierten Platz erreichte. Eine bittere Niederlage für den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, der sich viel mehr von den ersten Vorwahlen versprochen hatte. Sollte Gingrich in den nächsten Vorwahlen am 10. Januar in New Hampshire nicht das Ruder rumreißen, könnte auch er früh scheitern.

Freuen können sich dagegen der zweitplatzierte Rick Santorum und der Dritte, Ron Paul. Vor allem für Santorum, der nur acht Stimmen weniger als Romney erhielt, waren die Vorwahlen in Iowa ein Erfolg. Sollte nach Perry auch Michele Bachmann das Rennen verlassen, könnte der christlich-konservative Santorum die Stimmen der Parteirechten sammeln und so für den eher moderaten Romney zu einer echten Gefahr werden.

[news.de] · 04.01.2012 · 10:54 Uhr
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