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Vorsichtsmaßnahmen nach Terrordrohungen verstärkt

Polizisten kontrollieren die Abfertigungshalle des Düsseldorfer Flughafens. (Archivbild)Großansicht

Berlin (dpa) - Angesichts der jüngsten islamistischen Terrordrohungen haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihre Vorsichtsmaßnahmen verstärkt.

Man habe viele Hinweise - auch von unabhängigen Quellen - über Aktivitäten im pakistanischen Grenzgebiet oder Planungen für Deutschland, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch im Deutschlandfunk. «Wir gehen jedem dieser Hinweise nach, wir fahren die Maßnahmen intern hoch.» Es bestehe weiterhin eine ernstzunehmende Gefahrenlage in Deutschland, aber es gebe «keine unmittelbare und konkrete Anschlagsplanung».

De Maizière bestätigte, es gebe weiter offene Fragen zur angeblichen Tötung deutscher Islamisten in Pakistan durch einen US-Drohnenangriff. Einiges passe nicht zusammen. «Was mich sehr erstaunt ist, dass dieser Angriff angeblich vorgestern gewesen sein soll in einem unzugänglichen Gebiet durch unbemannte Drohnen, und man zugleich Ausweise findet.» Bei einem Drohnenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan wurden nach pakistanischen Geheimdienstangaben am Montag acht deutsche Islamisten getötet; drei davon seien türkischstämmig und fünf gebürtige Deutsche.

Sicherheitskreise bekräftigten, dass die Bewegungen zwischen Europa und dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet seit vergangenem Jahr zugenommen hätten. Der Essener Terrorismusexperte Rolf Tophoven sagte dem in Konstanz erscheinenden «Südkurier» (Mittwoch), immer mehr deutsche Islamisten absolvierten in der Grenzregion eine terroristische Ausbildung.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, kritisierte die amerikanischen Sicherheitsbehörden wegen der jüngsten Terrorwarnungen. In den USA werde «jeder Anhaltspunkt zu einer akuten Bedrohung aufgeblasen». Das «ist nicht unser Stil», sagte er der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung» (Mittwoch). «Die deutschen Sicherheitsbehörden sind sehr umsichtig und sorgfältig, aber sie neigen nicht zu Panikmache.»

Vertreter der afghanischen Regierung und der radikal-islamischen Taliban begannen nach einem Bericht der «Washington Post» mit der Vorbereitung von Geheimverhandlungen. Es handele sich um hochrangige Gespräche mit dem Ziel, den seit neun Jahren anhaltenden Krieg zu beenden, berichtet das Blatt unter Berufung auf afghanische und arabische Quellen. Diese gingen davon aus, dass erstmals auch im Namen des Taliban-Führungsrates verhandelt werde. Eine der Quellen sagte über die Taliban: «Es ist ihnen sehr, sehr ernst, einen Ausweg zu finden.» Zuletzt gab es allerdings immer wieder Hinweise, dass Regierung und Taliban Verhandlungen aufgenommen hätten.

Im Süden Pakistans griffen Aufständische erneut Lastwagen mit Nachschub für die internationalen Afghanistan-Truppen an. Dabei kam ein Mensch ums Leben. Nach Polizeiangaben setzten die Angreifer etwa 10 der 40 auf einem Parkplatz abgestellten Fahrzeuge in Brand. In den vergangenen Tagen waren NATO-Lastwagen mehrfach Ziel von Angriffen. Bei einem Überfall auf einen Parkplatz in der Hauptstadt Islamabad waren erst am Montag drei Menschen ums Leben gekommen und 15 Tankwagen in Flammen aufgegangen. Am Freitag hatten Extremisten im Süden Pakistans 27 Fahrzeuge in Brand gesteckt.

Terrorismus / Pakistan / Afghanistan / Deutschland
06.10.2010 · 17:41 Uhr
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