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Vor Konferenz: Jemen fordert mehr Hilfe

Abubakr al-KirbiGroßansicht
London (dpa) - Vor der Jemen-Konferenz haben Großbritannien und das arabische Land die internationale Gemeinschaft eindringlich um mehr Hilfe im Kampf gegen Terror und Armut gebeten. Die Regierung in Sanaa sperrte sich jedoch gegen ausländische Soldaten, um gegen das Terrornetzwerk El Kaida vorzugehen.

Amerikanische Stützpunkte auf jemenitischen Boden wären «unvorstellbar», sagte Außenminister Abubakr al-Kirbi der BBC vor dem Treffen in London. Zudem forderte der Jemen einen bedeutenden Schuldenerlass. Das britische Außenministerium bezeichnete internationale Hilfe für den Jemen als «wichtig für die Stabilität der Welt».

Premierminister Gordon Brown hatte nach dem vereitelten Terroranschlag auf eine Passagiermaschine in Detroit zu dem Treffen eingeladen. Ein Nigerianer, der angeblich im Jemen von El Kaida ausgebildet worden war, hatte versucht, Sprengstoff auf dem Flug zu zünden. Brown hatte den Jemen später als «Brutstätte und potenziellen sicheren Hafen für den Terrorismus» bezeichnet.

Die westliche Staatengemeinschaft will, dass die Regierung von Präsident Ali Abdullah Salih entschiedener gegen terroristische Gruppen vorgeht. Obwohl Premier Brown das Treffen zunächst groß angekündigt hatte, sollte es am Mittwochnachmittag nur zwei Stunden dauern. Die rund 20 Teilnehmer-Länder schickten zumeist nur ihre Außenminister oder Staatssekretäre nach London. Deutschland wird vom deutschen Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, vertreten. Am Donnerstag beginnt die internationale Afghanistan-Konferenz, zu der Außenminister Guido Westerwelle in die britische Hauptstadt kommt.

Die Regierung in Sanaa rief internationale Geldinstitute und ausländische Kreditgeber auf, eine Halbierung der Schulden von derzeit sechs Milliarden US-Dollar (4,3 Mrd. Euro) zu erwägen. Damit könne die finanzielle Position des Jemens und seine Währung gestärkt werden, sagte der jemenitische Vizeplanungsminister Hischam Scharaf in einem Interview mit der arabischen Tageszeitung «Al-Hayat»

Der britische Außenstaatssekretär Ivan Lewis sagte, es sei sehr wichtig, dass die internationale Gemeinschaft - und vor allem Jemens ölreiche Nachbarn - das Land unterstützten. Andernfalls könnte es zu einem gescheiterten Staat werden - «die Folgen kennen wir alle nur zu gut». Jemen sei nicht gescheitert, «aber ein unglaublich fragiler Staat, und deshalb ist dieses Treffen wichtig».

Ein Durchbruch wird in London jedoch nicht erwartet. Während der Westen hofft, dass der Jemen den terroristischen Sumpf trockenlegt, ist die jemenitische Regierung eher an Geheimdienstinformationen, Ausrüstung für die Armee und Hilfsprojekten interessiert.

Saudi-Arabien kündigte vor der Konferenz an, es habe die Kämpfe gegen schiitische Aufständische im nördlichen Jemen eingestellt. Ein dauerhafter Waffenstillstand sei möglich, wenn sich die Houthi- Rebellen zehn Kilometer weit hinter die saudisch-jemenitische Grenze zurückzögen, erklärte der saudische Vizeverteidigungsminister Prinz Chalid bin Sultan. Die Aufständischen hatten bereits vor zwei Tagen eine Waffenruhe verkündet.

Das saudische Militär war vom jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih zu Hilfe gerufen worden, nachdem eine im Sommer begonnene jemenitische Offensive gegen die Rebellen um ihren Anführer Abdulmalik al-Houti weitgehend erfolglos geblieben war. Bei den Kämpfen kamen 113 Saudis und Tausende Jemeniten ums Leben.

Konflikte / International / Jemen
27.01.2010 · 14:23 Uhr
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