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Volles Haus auf ISS: Neue Langzeitcrew gestartet

Neue Langzeitbesatzung für ISSGroßansicht
Baikonur/Moskau (dpa) - Kein Platz mehr für Weltraumtouristen: Von Baikonur aus ist eine neue Langzeitcrew als Verstärkung der bisherigen Dauerbesatzung zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen.

Der Start der drei Raumfahrer aus Belgien, Kanada und Russland vom kasachischen Weltraumbahnhof verlief am Mittwoch um 12.34 Uhr MESZ wie am Schnürchen. Mit dem Trio, das am Freitag in der Erdumlaufbahn an der ISS ankoppeln soll, erreicht der «Außenposten der Menschheit» erstmals die volle Sollstärke von sechs Personen zum Arbeiten und Forschen. Der Belgier Frank de Winne übernimmt im Oktober als erster Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA das Kommando auf der Station.

In der äußerst beengten Sojus-Kapsel herrschte nach dem gelungenen Start eine gelöste Stimmung. «An Bord ist alles in Ordnung. Allen geht es gut», teilte der russische Kommandant Roman Romanenko nach Angaben der Agentur Interfax mit. Auf der ISS traf die alte Besatzung derweil letzte Vorbereitungen für die Ankunft der Sojus-Kapsel, die am Freitag um 14.36 Uhr MESZ ankoppeln soll. Arbeitsplätze und Schlafgelegenheiten wurden eingerichtet. Auch die neue Wasseraufbereitungsanlage funktioniert rechtzeitig, nachdem ein Ventil Probleme gemacht hatte.

Mit einer Dauerbesatzung von sechs Mann ist die Raumstation endlich voll arbeitsfähig. Die bisherigen ISS-Trios hatten nur eine halbe Planstelle für die Forschung. Dank der neuen Sonnensegel hat die Station auch ausreichend Strom.

Erstmals seit der ISS-Gründung 1998 werden die fünf Partner Russland, USA, Europa, Kanada und Japan gemeinsam vertreten sein. Derzeit halten der Russe Gennadi Padalka, US-Astronaut Michael Barratt und der Japaner Koichi Wakata die Wacht. Gemeinsam mit De Winne stoßen der Russe Romanenko und der Kanadier Robert Thirsk dazu.

Mit der vollen Profi-Besetzung im All ist die Ära der Weltraumtouristen fürs Erste vorüber. Ende März war der US-Millionär Charles Simonyi als vorerst letzter Raumfahrt-Amateur nach einer Woche ISS-Aufenthalt wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt.

Die ISS gilt als das größte und teuerste Technologieprojekt der Welt. Die Station ist ein fliegendes Labor mit Forschungsmöglichkeiten für Wissenschaft und Industrie. Mit ihr sollen zukünftige Flüge zum Mond und zum Mars vorbereitet werden. ISS-Kritiker bemängeln seit langem, die Gesamtkosten von geschätzt 100 Milliarden Euro stünden in keinem Verhältnis zur Nützlichkeit der Station.

Europa / Raumfahrt / ISS / Russland
27.05.2009 · 15:08 Uhr
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