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Völkerrechtler: Festnahme wäre besser gewesen

Berlin (dpa) - Nach Ansicht des Völkerrechtlers Christian Tomuschat hätten sich die USA darum bemühen müssen, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden lebend gefangen zu nehmen.

«Falls es sich um eine gezielte Tötung gehandelt haben sollte, ist das unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten bedenklich», sagte Tomuschat. Eine abschließende Bewertung der Aktion sei nicht möglich, solange die näheren Umstände nicht bekannt seien.

«Eine Festnahme hätte Priorität haben müssen», sagte Tomuschat. «Die USA hätten Bin Laden dann ohne weiteres vor ein amerikanisches Gericht stellen können.» Er verstehe die Erleichterung über den Tod des Al-Kaida-Führers. «Aber "begrüßen" muss ich eine Tötung nicht. Da sollte sich die Politik etwas zurückhalten», sagte Tomuschat mit Blick auf Äußerungen deutscher und anderer Politiker.

Dass US-Kräfte eine Festnahme auf pakistanischem Boden durchführten, hält der Völkerrechtsprofessor allerdings für unbedenklich: «Wenn - wie berichtet wird - der pakistanische Geheimdienst eingeweiht war oder mitgewirkt hat, dann gilt dies als Zustimmung des Staates.»

Tomuschat ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Humboldt-Universität Berlin. Unter anderem war er mehrmals als Prozessvertreter der Bundesregierung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag tätig.

Terrorismus / USA / Deutschland
02.05.2011 · 21:59 Uhr
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