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Völkermord-Prozess gegen Karadzic kurz nach Beginn vertagt

Den Haag (dts) - Der Prozess gegen den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic vor dem UN-Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ist heute kurz nach Beginn vertagt worden. Der Angeklagte, der sich selbst verteidigt, boykottierte den Prozessauftakt und forderte mehr Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung. In einem Brief sagte Karadzic, ihm hätten mindestens zwei Jahre Vorbereitung zugestanden. Bislang ist noch unklar, wie das Gericht verfahren will, wenn Karadzic den Prozess weiter boykottieren sollte. Der 64-Jährige wird in insgesamt elf Punkten angeklagt, darunter Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er soll hauptverantwortlich für die Massaker an mehr als 8000 muslimischen Männern und Jungen in der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica im Sommer 1995 sein. Zudem wird Karadzic vorgeworfen, dass er als Präsident der Serbenrepublik Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina eine "ethnische Säuberung" umsetzen wollte. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Karadzic war im letzen Jahr gefasst worden, nachdem er sich 13 Jahre versteckt gehalten hatte.
Niederlande / Balkankrieg / Kriegsverbrechen
26.10.2009 · 09:56 Uhr
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