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Vietnam: Dissident nach Aufruf zu Aufstand in Haft

Hanoi (dpa) - Einer der bekanntesten Dissidenten in Vietnam ist erneut wegen angeblicher Propaganda gegen die kommunistische Regierung festgenommen worden. Der Arzt Nguyen Dan Que (69) hat wegen seiner Aufrufe zur Demokratie bereits 20 Jahren hinter Gittern verbracht.

Er wurde am Samstag in Ho-Chi-Minh-Stadt verhaftet, berichtete die Staatspresse am Montag. Que soll unter anderem Flugblätter verteilt und die Vietnamesen zu einem Aufstand nach dem Muster Nordafrika und des Nahen Ostens aufgerufen haben.

Die vietnamesische Behörden haben die Überwachung von Dissidenten seit Beginn der Unruhen und Aufstände gegen dortige Regime verschärft, berichten Beobachter. Die kommunistische Partei duldet keinen Widerspruch zu ihrer Vormachtstellung. Die hohe Inflation sorgt für wachsende Unzufriedenheit im Volk. Die Preise lagen im Februar zwölf Prozent höher als vor einem Jahr.

Die Polizei habe auf Ques Computer nach dem Hinweis eines Informanten 60 000 regierungsfeindliche Dokumente gefunden, berichtete die Staatspresse. Que habe zugegeben, dass er zu Streiks aufrufen wollte, um die Regierung zu stürzen, berichtete die Zeitung «Vietnam News».

Que kritisiert seit Jahrzehnten das Einparteiensystem in Vietnam und setzt sich für Meinungs- und Religionsfreiheit ein. Er war zuletzt 2005 aus dem Gefängnis entlassen worden. Am vergangenen Wochenende erschien in der «Washington Post» ein Artikel von ihm. Darin griff er die vietnamesische Regierung an und verlangte Freiheit und Demokratie für sein Land.

Menschenrechte / Vietnam
28.02.2011 · 12:01 Uhr
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