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Vier Jahre Haft für Tod im Maisfeld

Landgericht StadeGroßansicht
Stade (dpa) - Weil sie eine 75 Jahre alte Frau in einem Maisfeld erwürgt hat, muss eine 52-Jährige aus Hamburg vier Jahre in Haft. Das Landgericht Stade verurteilte die Frau am Freitag wegen Totschlags in einem minderschweren Fall.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft wegen Totschlags gefordert, die Verteidigung auf höchstens zwei Jahren Haft für Tötung auf Verlangen plädiert. Die Angeklagte hatte gestanden, die Nachfahrin einer Kaffee-Dynastie im Juli 2008 getötet zu haben - will allerdings auf deren Wunsch gehandelt haben. Die ältere Frau habe sie gebeten, ihr beim Sterben zu helfen. Nach Überzeugung der Kammer wurde die 75-Jährige aber gegen ihren Willen getötet.

Ein Jäger hatte einen Tag später die Leiche in dem Feld bei Kakerbeck im Kreis Stade entdeckt. Die Polizei stieß aber erst mit Hilfe von Hinweisen nach der ZDF-Sendung «Aktenzeichen: XY ... ungelöst» auf die 52-Jährige, die der alten Frau regelmäßig Essen vorbeigebracht hatte. «Sie hat immer wieder ihren Todeswunsch geäußert», sagte die Angeklagte später bei ihrem Geständnis vor Gericht. Irgendwann habe sie dann nachgegeben. «Ich hatte großes Mitleid mit ihr, wollte ihr helfen.»

An dem Todestag seien die Frauen gemeinsam mit dem Auto zum Tatort gefahren. Dort habe sie der 75-Jährigen wie verabredet einen tödlichen Medikamenten-Cocktail gegeben, sagte die 52-Jährige. Doch die Rentnerin habe das Glas versehentlich fallen lassen. Daraufhin habe die 75-Jährige sie aufgefordert, sie zu erwürgen.

Prozesse / Kriminalität / Urteile
26.06.2009 · 12:22 Uhr
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