News
 

Vfl-Profi Reichenberger dementiert Vorwürfe

Das Vereins-Logo des Fußball-Bundesligisten VfL Osnabrück.Großansicht
Osnabrück (dpa) - Der Osnabrücker Fußballprofi Thomas Reichenberger hat am Samstag vor der Drittliga-Partie gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund eine mögliche Beteiligung an Spielmanipulationen dementiert.

Er habe niemals gegen Geld in irgendwelche Spiele eingegriffen, sagte der 35 Jahre alte Stürmer. Vor dem Aufwärmen war die Osnabrücker Mannschaft um Reichenberger vor die Ostkurve getreten und hatte sich erklärt. Der Stürmer spielt bereits seit 2004 für den VfL. Gegen die Dortmunder saß er zunächst auf der Bank, so wie zuletzt häufiger.

«Der Thommy möchte Euch etwas sagen», sagt Manager Lothas Gans ins Mikro, dann trat der Kapitän vor: «Es ist viel auf mich eingeprasselt in den letzten Tagen. Aber ich kann Euch versichern: Ich hatte nie Kontakt mit der Wettmafia und habe mit dem Wettskandal nichts zu tun. Ich habe nie ein Spiel manipuliert oder Geld dafür genommen, schlecht zu spielen oder zu verlieren. Ich bin sicher, dass wir heute alle zusammen halten, das Spiel gewinnen und dann heute abend bei der Lila-Weißen Nacht zusammen feiern.»

Tags zuvor hatte schon der ehemalige Osnabrücker Trainer Claus-Dieter Wollitz geschockt auf die angeblichen Manipulationen bei seinem Ex-Verein reagiert. «Ich bin nicht nur erschüttert, sondern am Boden zerstört. Mir tut das richtig weh», sagte Wollitz im Pay-TV-Sender «Sky». «Ich bin total fertig, dass der Verein genannt wird, bei dem ich fünf Jahre tätig war. Es wird zwar nicht bestätigt, aber der Verein ist genannt.» Die Niedersachsen waren im Sommer unter Wollitz aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen. Der Coach wechselte danach zu Erstliga-Absteiger Energie Cottbus.

Er habe bereits am Vortag von den Anschuldigungen erfahren, erklärte der 44-Jährige vor der 1:2-Niederlage seines Teams in Düsseldorf. «Ich habe versucht, das auszublenden, ich konnte das nicht. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil man jede einzelne Szene durchgeht.» Nach dem 0:3 der Osnabrücker am 17. April beim FC Augsburg habe er sich für die Leistung seiner damaligen Mannschaft entschuldigt. Auch das 0:2 in Nürnberg am 13. Mai war in einem Medienbericht als verdächtige Partie genannt worden.

Mit Medienberichten konfrontiert, denen zufolge drei seiner ehemaligen Spieler in Osnabrück ins Visier der Ermittler geraten sein sollen, entgegnete Wollitz: «Ich will das nicht glauben. Ich möchte nicht, dass das wahr ist, weil dann bricht für mich eine Welt zusammen.» Sollte er von seinen Spielern betrogen worden sein, wisse er nicht, was mit ihm passiere. «Dann brauche ich nicht nur Unterstützung, dann brauche ich viel Hilfe», sagte Wollitz tief betroffen.

Wollitz sagte, er habe den Manipulationsskandal um Robert Hoyzer für einen einmaligen Fall gehalten und betonte, er sei immer ehrlich und offen. Nun gingen Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit verloren. Seine Familie lebe nach wie vor in Osnabrück und werde beschimpft. Nach dem Abstieg sei sie sogar bedroht worden. Er hoffe darauf, dass sich die Leute nun dafür entschuldigten. Die Verdächtigungen hätten einen bitteren Beigeschmack für alle Beteiligten. «Ich hoffe, dass da nichts dran ist», sagte Wollitz und meinte über die Anschuldigungen: «Das ist für mich das Allerschlimmste.»

Energie-Präsident Ulrich Lepsch äußerte Verständnis für die Reaktion des Trainers. «Es ist schwierig für uns. Pele ist sehr emotional. Er lebt Fußball und ist mit dem ganzen Herzen dabei», sagte der Vereinschef. Zu den Vorwürfen meinte Lepsch: «Das ist eine traurige Angelegenheit für den deutschen und den internationalen Fußball.»

Fußball / Kriminalität / Wetten
21.11.2009 · 15:50 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.10.2017(Heute)
23.10.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen