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Versicherer können Folgen noch nicht abschätzen

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München/Zürich/Tokio (dpa) - Der Jahresstart für die drei weltgrößten Rückversicherer Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück könnte schlechter nicht sei: Gerade verdauen sie noch die Auswirkungen des Erdbebens in Neuseeland, da erschüttert ein Erdstoß der Stärke 8,9 Japan und löst einen Tsunami aus.

Die deutschen Rückversicherer aus Hannover und München haben etliche Kunden in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt gegen Naturkatastrophen versichert, soviel können Unternehmenssprecher bestätigen. Konkretere Angaben zu Schäden des Bebens in Japan seien noch nicht möglich. Heftig fiel die Reaktion am Freitag an den Börsen aus: International wiesen die Versicherungsaktien im Tagesverlauf die höchsten Verluste aus.

Inwieweit sie für die Schäden des jüngsten Erdbebens geradestehen müssen, konnten Sprecher der von Munich Re und Hannover Rück am Freitagmorgen noch nicht sagen. Für Schadenschätzungen sei es noch zu früh. Bei großen Naturkatastrophen dauert es oft Wochen, bis Rückversicherer ihre eigene Belastung einschätzen können. Munich Re ist der größte, Hannover Rück der drittgrößte Rückversicherer der Welt.

Die Aktien der Versicherer gerieten an den Börsen kräftig unter Druck. Die Titel der Hannover Rück verloren ebenso wie die der Munich Re und der Swiss Re zeitweilig mehr als 5 Prozent. Allianz-Aktien büßten im Tagesverlauf 1,91 Prozent ein. Die europäischen Börsen starteten mit klaren Verlusten, auch der deutsche Aktienmarkt weitete seine Verluste aus. In Asien brach die Börse in Tokio als Reaktion auf das schwere Erdbeben ein und zog auch andere Märkte der Region ins Minus.

Munich Re (früher Münchener Rück) machen schon die anderen beiden Naturkatastrophen zu Beginn des Jahres zu schaffen. Die Überflutungen in Australien und das Erdbeben in Neuseeland schlugen nach ersten Schätzungen mit rund 1,5 Milliarden australischen Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) zu Buche. Das sind für Munich Re bereits gut zwei Drittel der Summe, die der Rückversicherer 2010 für Naturkatastrophen aufwenden musste, und schon etwas mehr als ursprünglich für 2011 veranschlagt. Das Gewinnziel von 2,4 Milliarden Euro für 2011 sei nur noch erreichbar, wenn im weiteren Jahresverlauf die Großschäden unterhalb der Erwartungen blieben, teilte Munich Re erst am Donnerstag mit.

Unterdessen wird in Japan befürchtet, dass die Flutwelle nach dem Erdbeben weitere Küsten im Pazifik erreicht und verheerende Zerstörungen anrichtet. Der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda signalisierte trotz der hohen Verschuldung des Landes seine Handlungsbereitschaft. Die Bank of Japan (BoJ) sicherte ihre Unterstützung zu. Wie die Notenbank in Tokio mitteilte, will sie alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen.

Erdbeben / Finanzen / Versicherungen / Börsen / Japan
11.03.2011 · 12:08 Uhr
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