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Verschanzt in der Residenz: Gbagbo gibt nicht auf

Ein Gbagbo-treuer Soldat befragt in einer Straße in Abidjan einen Zivilisten.Großansicht

Kapstadt/Paris/Abidjan (dpa) - Trotz scheinbar aussichtsloser Lage weigert sich der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste aufzugeben. Laurent Gbagbo und etwa 1000 seiner Kämpfer verteidigten auch heute die umzingelte Residenz in Abidjan.

Die Truppen des anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara, die das westafrikanische Land weitgehend unter Kontrolle haben, attackieren seit Tagen ohne Erfolg die Residenz Gbagbos.

Mehrere Botschafter in der Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste haben Frankreich nach Angaben der Regierung in Paris um Hilfe bei der Evakuierung gebeten. Dazu gehörten Japan, Indien und Israel, sagte Frankreichs Außenminister Alain Juppé bei einer Anhörung vor dem außen- und verteidigungspolitischen Ausschuss des Senats in Paris.

Nachdem bewaffnete Gbagbo-Kämpfer die Residenz des japanischen Botschafters angegriffen hatten, brachten französische Soldaten den Botschafter und seine Mitarbeiter in der Nacht zum Donnerstag mit einem Hubschrauber in Sicherheit. Viele Botschaften in Abidjan liegen im Regierungsviertel Plateau, wo sich auch die belagerte Residenz Gbagbos befindet.

Der 65-Jährige hat sich mit seinen Milizen verschanzt. Die letzten noch loyalen Truppen der regulären Streitkräfte hatten am Dienstag aufgegeben. Allen internationalen Appellen zum Trotz will Gbagbo aber nicht aufgeben. Der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet sagte, Gbagbo verfüge noch etwa über 1000 Kämpfer, von denen sich ungefähr 200 in der Residenz befänden.

Bei dem blutigen Machtkampf zwischen Ouattara, der aus dem islamischen Norden stammt, und Gbagbo, der im christlichen Süden seine Basis hatte, sind nach UN-Angaben weit mehr als 1000 Menschen gestorben. Die Krankenhäuser Abidjans berichten von einem wachsenden Mangel an Medikamenten.

Internationale Hilfsorganisationen sorgen sich in verstärkten Maße um die Kinder, die in den Wirren des Bürgerkriegs von ihren Familien getrennt wurden. Das Welternährungsprogramm (WFP) musste wegen der Unsicherheit in der Stadt seine Arbeit in Abidjan aussetzen. Die UN und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) haben vor einer dramatischen Verschlechterung der Lebensverhältnisse in Abidjan gewarnt.

Konflikte / Elfenbeinküste
07.04.2011 · 16:18 Uhr
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