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Verlierer Alonso: «Traurig und enttäuscht»

«Ich bin traurig und enttäuscht»: Der spanische Formel-1-Rennfahrer Fernando Alonso

Abu Dhabi (dpa) - WM-Verlierer Fernando Alonso hatte den Sündenbock schnell gefunden. Mit eindeutiger Geste wütete der Ferrari-Pilot in der Auslaufrunde in Richtung Renault-Fahrer Witali Petrow, den er für den Schuldigen an seiner Titelpleite im packenden Formel-1-Finale von Abu Dhabi hielt.

«Ich bin traurig und enttäuscht», gestand der Spanier, nachdem er am Sonntag als schwacher Siebter im letzten Saisonrennen dem deutschen Überflieger Sebastian Vettel doch noch die Weltmeister-Krone überlassen musste.

«Leider ist es nicht gut gelaufen. Aber es war alles fair und sauber, und dann kannst du dem Sieger nur gratulieren», resümierte der 29-Jährige später. Mit 15 Punkten Vorsprung war er in den Schlussakt im Wüsten-Emirat gegangen, mit seiner souveränen Fahrt auf Startplatz drei schien Alonso schon fast alle Titelhoffnungen von Vettel zunichte gemacht zu haben. Doch dann versagten die Ferrari- Strategen.

Zu früh holte die Scuderia ihren Superstar an die Box, danach hing er mehr als 40 Runden hinter dem widerborstigen Petrow fest. «Er war schon schnell, vielleicht manchmal ein bisschen aggressiv. Aber er hat keine Fehler gemacht», analysierte Alonso. Die Tifosi daheim reagierten voller Wut. Minister Roberto Calderoli warf der Scuderia eine «schwachsinnige Strategie» vor und forderte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo zum sofortigen Rücktritt auf. «Er ist Schuld daran, dass wir uns als Ferrari-Fans schämen müssen», sagte der Minister für Bürokratieabbau.

In der Nähe des Teamsitzes in Maranello verließen viele Fans schon frühzeitig das Public Viewing, die fest eingeplante Siegerfete auf dem Marktplatz fiel aus. «Klar sind wir enttäuscht. Wir hatten gehofft, die ganze Sache besser zu machen. Das ist Teil des Spiels. Wir gratulieren dem Sieger», erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali unter dem Abendhimmel des Yas Marina Circuit.

Diesmal konnte der Kommandostand der Roten Alonso nicht per Boxenbefehl helfen wie beim Skandal-Rennen von Hockenheim im Juli. Damals hatte Teamkollege Felipe Massa auf Anweisung von oben für den Asturier Platz machen müssen. Der zweimalige Weltmeister gewann das Deutschland-Rennen und meldete sich damit im Titelkampf zurück. Die läppischen 100 000 Dollar Strafe vom Weltverband für die verbotene Teamorder nahm der italienische Traditions-Rennstall gern in Kauf.

Seit Hockenheim nutzte Alonso eiskalt fast alle Chancen und übernahm nach dem Doppel-Aus der Red-Bull-Piloten Vettel und Mark Webber in Südkorea zwei Rennen vor Schluss die WM-Spitze. Doch Alonsos Atem reichte nicht bis ins Ziel, Vettel zog unwiderstehlich noch vorbei und triumphierte mit vier Punkten Vorsprung. «Wir werden uns unsere Saison nochmals anschauen müssen», befahl Alonso. Und versprach: «Nächstes Jahr sind wir wieder da.»

Motorsport / Formel 1 / GP Abu Dhabi / Ferrari
14.11.2010 · 20:12 Uhr
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