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Verhinderter U-Bahn-Bomber bekam Order von Al-Kaida

In New York wird ein geplanter Anschlag auf die New Yorker U-Bahn vor Gericht verhandelt. (Symbolbild)Großansicht
New York (dpa) - Im Prozess um einen geplanten Anschlag auf die New Yorker U-Bahn hat einer der drei Angeklagten ausgesagt, seine Befehle direkt von Al-Kaida-Führern erhalten zu haben.

Die Vertreter des Terrornetzwerkes hätten ihn in Wasiristan, einer unwegsamen Bergregion im Nordwesten von Pakistan, instruiert, sagte der 25- Jährige nach Angaben der «New York Times» am Freitag vor Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Der Taxifahrer gab zu, dass er im vergangenen September zusammen mit zwei Komplizen während der Hauptverkehrszeit Bomben in U-Bahnen der Stadt zünden wollte. Einen Tag vor dem geplanten Attentat war die Gruppe aufgeflogen.

Der Hauptangeklagte in dem Prozess, ein Busfahrer am Flughafen von Denver in Colorado, hatte schon im Februar die Planung der Anschläge zugegeben. «Ich wollte mich opfern, um darauf aufmerksam zu machen, was das amerikanische Militär in Afghanistan tut», hatte Najibullah Zazi dem Gericht gesagt. Deshalb hätten er und seine beiden Komplizen am achten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 mit jeweils einer Bombe Dutzende mit in den Tod reißen wollen. Ihr Vorbild sei die Anschlagsserie auf die Londoner U-Bahnen im Sommer 2005 mit 56 Toten gewesen. Zazi droht lebenslange Haft.

Zwei Monate später bekannte sich nun auch der Taxifahrer schuldig, der mit Zazi und dem dritten Angeklagten in New York zur Schule gegangen war. Der dritte Mann bestreitet die Vorwürfe. Der angeklagte Taxifahrer erklärte, er habe zwar die Bomben zünden und Al-Kaida unterstützen wollen, die wahre Gefahr für die USA gehe nicht von Leuten wie ihm aus, sondern von einer «zionistischen Verschwörung, die das Land von innen zerstören» würde. «Ich persönlich glaube, dass eine in den USA ausgeführte Operation der beste Weg ist, die Kriege zu beenden», sagte er zu den geplanten Anschlägen.

Die Ermittlungsbehörden hatten die Verschwörung als eine der ernstesten Gefahren nach dem 11. September 2001 bezeichnet. Eine Kamera hatte gefilmt, wie der jetzige Hauptangeklagte Chemikalien zum Bau der Bomben kaufte. Weil es sich vor allem um Kosmetikprodukte handelt, wird er in den USA auch «Beauty Parlor Bomber» (Schönheitssalon-Bomber) genannt. Der afghanische Islamist war in Pakistan aufgewachsen, dann aber legal in die USA eingereist und hatte in New York die Schule besucht. Als er gefasst wurde, hatte er handgeschriebene Anleitungen zum Bombenbau bei sich.

Nach seiner Rückkehr aus Pakistan arbeitete Zazi als Busfahrer am Flughafen von Denver (US-Bundesstaat Colorado). Am 10. September 2009 fuhr er eigenen Angaben zufolge nach New York, um dort auf mehreren U-Bahn-Linien sein Bombenmaterial zu deponieren. Nachdem er auf einer Brücke nach Manhattan von der Polizei gestoppt worden war, warf er den größten Teil seiner Bombenmaterialien weg und flog nach Colorado zurück. Dort wurde er am 19. September festgenommen.

Terrorismus / USA
24.04.2010 · 18:03 Uhr
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