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Verbrannte Leichen sind Mädchen aus Dänemark

Kinderleichen in ausgebranntem AutoGroßansicht

Potsdam/Kopenhagen (dpa) - Unfall oder Familiendrama? Zwei Geschwister aus Dänemark sind in einem Auto in Brandenburg bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der ebenfalls schwer verletzte Vater führte die Polizei noch zum Auto - jetzt liegt er im Koma.

Ergebnisse der Obduktion will die Staatsanwaltschaft an diesem Montag bekanntgeben.

Die Identität der Toten sei zu «fast 100 Prozent» geklärt - es seien zwei Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren aus Jütland, also dem Festlandteil Dänemarks, sagte ein Sprecher der dänischen Polizei am Sonntag der Nachrichtenagentur Ritzau. Ebenfalls am Sonntag wurde an der Schule der beiden an Line Sofie (9) und Marlene Marie (10) mit einer Gedenkfeier erinnert.

Demnach steht auch fest, dass es der 40-jährige Vater der Mädchen war, der am Freitagmorgen schwer verbrannt an der Autobahn 24 umherirrte und die Polizei zu dem nahe gelegenen Autowrack in einem Waldstück bei Börnicke führte. Die Polizei suche in Briefen und anderen Unterlagen des Vaters nach möglichen Hinweisen, sagte Polizeisprecher Ole Kristensen der Zeitung «Nordjyske» am Sonntag.

Der Mann konnte von der Polizei noch nicht zum Unglück befragt werden - er lag am Sonntag in einer Berliner Klinik im Koma. Viel deutet aber auf ein Familiendrama hin. Die dänische Zeitung «Ekstra Bladet» zitierte Freunde und Verwandte der dänischen Familie, nach denen die Eltern seit dem vergangenem Jahr geschieden waren. Wegen der Kinder und der Besuchsrechte habe es häufig Streit gegeben. Um die traumatisierte Mutter kümmern sich mittlerweile Psychologen.

Der ausgebrannte Wagen mit den beiden Kinderleichen war auf einem Forstweg nahe der Bundesstraße 273 gefunden worden. Reste dänischer Kennzeichen und die Fahrzeugidentifikationsnummer waren erkennbar. Deshalb forderten die Brandenburger Ermittler Amtshilfe in Kopenhagen an.

Die Obduktion soll klären, ob die Mädchen möglicherweise bereits vor dem Feuer betäubt oder gar schon tot waren. Ein Ermittler sagte der «B.Z. am Sonntag», die Toten seien angeschnallt gewesen. Wäre das Auto wegen eines technischen Defekts in Flammen aufgegangen, hätten die Mädchen wohl versucht, sich zu befreien. Der Vater trug schwere Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen davon.

Die Arbeit der Gerichtsmediziner ist schwierig, weil die Mädchen bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Wie die Zeitung «Nordjyske» berichtete, wurden unter anderem Dentalkarten des dänischen Schulzahnarztes an die Gerichtsmedizin nach Potsdam geschickt.

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14.08.2011 · 18:19 Uhr
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