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Verbotene Berlusconi-Fotos veröffentlicht

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Rom/Madrid (dpa) - Lange konnte der italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi nicht verhindern, dass beschlagnahmte und teils pikante Fotos von einem seiner Anwesen an die Öffentlichkeit gelangen.

Am Freitag veröffentlichte das spanische Blatt «El País» als erste Zeitung in Europa zunächst in seiner Onlineausgabe und später in der gedruckten Fassung fünf der von Berlusconis Luxusvilla Certosa auf Sardinien geschossenen Bilder. Berlusconis Anwalt Niccolò Ghedini kündigte umgehend an, die spanische Zeitung verklagen zu wollen, weil die umstrittenen Fotos «illegal» gemacht worden seien. Berlusconi habe sie nicht erlaubt, sie verletzten seine Privatsphäre.

Nach Italien gelangten die Bilder über den spanischen Umweg. «El País veröffentlicht die in Italien verbotenen Fotos», schreibt die linksliberale römische «La Repubblica» am Freitag und bildet den Artikel und die Fotos am Tag vor Beginn der Europawahl in Italien ab.

Befragt zur Veröffentlichung gab sich Berlusconi selbst gelassen. Er fürchte nichts, es handele sich um harmlose Fotos, sagte er einem Radiosender: «Die Fotos zeigen Personen, die in einem Jacuzzi im Innern eines Gästehauses baden.» Er nannte die Veröffentlichung der Fotos «skandalös», doch bange er wegen der Nähe seiner Partei «Volk der Freiheit» zum Vatikan jetzt nicht etwa um katholische Stimmen.

Der 72-jährige Berlusconi hatte vor einer Woche Hunderte von Fotos des sardischen Paparazzo Antonello Zappadu beschlagnahmen lassen. Darunter sollen Schnappschüsse von einer Party sein, zu der auch die damals 17-jährige Schülerin Noemi Letizia eingeladen gewesen war, deren Nähe zu Berlusconi in Italien einen Skandal ausgelöst hatte. Berlusconi schwört, kein Verhältnis mit Minderjährigen gehabt zu haben, sonst wäre er zurückgetreten. Er spricht von einem Komplott linker Zeitungen und der Opposition vor der Europawahl am Wochenende.

Die Bilder, die von der linksliberalen spanischen Zeitung zuerst in der Online-Ausgabe veröffentlicht wurden, zeigen unter anderem barbusige Frauen bei einem Sonnenbad an einem Jacuzzi. Bis auf das von Berlusconi hat Zappadu die Gesichter auf den Fotos unkenntlich gemacht. Berlusconi ist nicht in der Nähe der barbusigen Frauen zu sehen. Laut Berlusconi hatte der Fotograf seine Bilder «illegal» von einer Terrasse außerhalb seiner Luxusvilla geschossen. Darunter sollen auch Schnappschüsse des damaligen tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolanek mit Familie vom Mai 2008 sein.

«Die Fotos beweisen, dass in der Villa unter starkem Sicherheitsschutz ein freizügiges Ambiente herrscht», schreibt «El País» zu dem, was auch schon «Berlusconis Harem» genannt worden ist. Wie es an die Bilder gekommen ist, verriet das Blatt auch in der gedruckten Freitagausgabe nicht. Gegen Berlusconi laufen auch Vorermittlungen, weil er Privatgäste auf Staatskosten zu seinen Festen geflogen haben soll, laut Zappadu nahezu jedes Wochenende. (Internet: www.elpais.com)

www.elpais.com

Regierung / Justiz / Italien / Spanien
05.06.2009 · 13:36 Uhr
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