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Ver.di-Chef will Mindestlohnforderung von 7,50 Euro auf 8,50 erhöhen

Berlin (dts) - Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, will einen höheren Mindestlohn als bislang gefordert erreichen. Im Jahr 2004 beschloss die Gewerkschaft, einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro politisch durchsetzen zu wollen. "Wir fordern eine Anpassung an 8,50 Euro, und ich gehe davon aus, dass darüber beim bevorstehenden DGB-Kongress ein Beschluss gefasst wird", sagte der Gewerkschaftschef in einem Interview mit dem Magazin "Der Spiegel". Der durchschnittliche gesetzliche Mindestlohn bei den westeuropäischen Nachbarn liege inzwischen bei 8,40 Euro. Bsirske kritisierte, dass sich die Regierung dieses Themas nicht annehme. "Damit geht Deutschland einen Sonderweg. Die Regierung ignoriert schlicht das Ausmaß des Armutslohnsektors", so Bsirske, der dafür vor allem die FDP verantwortlich macht. "Guido Westerwelle tut in einem Anfall von Demagogie und Zynismus so, als seien die Arbeitslosen dekadente Nichtstuer, die im Luxus leben. Wer so auftritt, will Opfer zu Tätern machen, den Hartz-IV-Satz drücken und das Lohnniveau unten halten – zu Lasten derer, die Tag für Tag hart arbeiten, ohne davon leben zu können, weil Leute wie der FDP-Chef verhindern, dass sie auskömmliche Mindestlöhne erhalten", so Bsirske. Vize-Kanzler Westerwelle hat jüngst durch seine Äußerungen zu einer geforderten Hartz IV-Generaldebatte Kritik auf sich gezogen.
DEU / Arbeitsmarkt
21.02.2010 · 13:21 Uhr
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