News
 

Vater verbrennt eigene Kinder - lebenslange Haft

Ausgebrannter WagenGroßansicht

Potsdam (dpa) - Die Kinder verbrannten qualvoll in einem angezündeten Auto: Nach dem schrecklichen Feuertod von zwei dänischen Mädchen hat das Landgericht Potsdam den Vater zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Schuldspruch lautete auf zweifachen Mord. Hintergrund der Tat war ein Streit des Mannes mit seiner Ex-Frau um das Wohnrecht der neun und zehn Jahre alten Kinder. Der 41-Jährige hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Das Verbrechen geschah vor knapp einem Jahr in Brandenburg auf der Heimreise nach einem gemeinsamen Ausflug in die Nähe von Hamburg.

Der 41-Jährige sei mit seinem Plan, die Kinder der Mutter zu entziehen, gescheitert, sagte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann in der Urteilsbegründung. Daher habe er den Entschluss gefasst, seine beiden Töchter zu töten.

Der Vater, der im vergangenen August mit den Mädchen allein unterwegs war, irrte mit dem Wagen umher und fuhr nahe der Autobahn 24 (Hamburg-Berlin) auf einen Waldweg bei Börnicke in Brandenburg. «Von der Straße aus war der Wagen nicht mehr zu erkennen», sagte Tiemann. Seinen Töchtern hatte der Vater schon während der Fahrt «mindestens jeweils eine Schlaftablette» gegeben. Auf dem Waldweg goss er laut Gericht Benzin aus zwei Fünf-Liter-Kanistern in das Innere des Wagens und zündete den Sprit an - ein Flammenmeer loderte auf.

Die schlafenden Kinder hatten keine Chance, Ermittler fanden ihre verkohlten Leichen auf der Rückbank. Auch der Vater erlitt Verbrennungen, er rettete sich jedoch mit einem Sprung aus dem Auto. Nach der Tat irrte der Mann an der Autobahn umher. Lastwagenfahrer riefen die Polizei. Zunächst sprach der Däne von einem Unfall - aber dann entpuppte sich der rätselhafte Fall als Familiendrama. Der 41-Jährige sprach davon, dass er sich selber habe töten und die Kinder mitnehmen wollen, damit sie nicht ohne ihn weiterleben müssten.

Kurz vor dem Termin, als seine Ex-Frau vor Gericht gehört werden sollte, versuchte sich der Mann in der Haft selbst zu töten. Nach bisheriger Einschätzung seines Verteidigers ist er weiter suizidgefährdet.

Der Vorsitzende Richter sagte, dass der Mann nach der Trennung von seiner Frau in einem Wettbewerb mit ihr gestanden habe - er habe ihr vor allem die Kinder nicht gegönnt. Die Trennung war von der Frau ausgegangen. Der Däne habe keine Perspektive gesehen. «Aus seiner Sicht ging es eigentlich immer stetig bergab», sagte Tiemann. Bei seiner Ex-Frau sei das Gegenteil der Fall gewesen. Die Folge: Der Streit um die Kinder mit tödlichem Ausgang.

Die Kammer folgte mit ihrem Urteil weitgehend der Forderung des Staatsanwalts. Dessen Plädoyer hatte sich auch der Anwalt der Mutter der toten Kinder angeschlossen. Die Frau trat als Nebenklägerin auf. Das Gericht stellte nicht die besondere Schwere der Schuld fest. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Angeklagte nicht automatisch nach 15 Jahren darauf hoffen können, dass seine Reststrafe auf Bewährung ausgesetzt wird.

Der Anwalt des Dänen hatte auf Totschlag plädiert. Angeklagt war der 41-Jährige wegen Mordes aus niederen Beweggründen. Vor dem Urteil hatte der Verteidiger gesagt, dass Rechtsmittel nicht ausgeschlossen seien, sollte sein Mandant wegen Mordes in Haft müssen.

Prozesse / Kriminalität / Kinder
31.05.2012 · 13:48 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

Weitere Themen