News
 

USA erhöhen Druck auf Pakistan

Bei einem Selbstmordattentat in Peshawar sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.Großansicht
Washington/Islamabad (dpa) - Die US-Regierung erhöht den Druck auf Pakistan, um den Kampf gegen Terrorgruppen zu verstärken und effektiver zu machen. Komme Islamabad dem nicht nach, könnte die neue US-Strategie in Afghanistan untergraben werden.

Das berichtete die «New York Times» am Montag unter Berufung auf hohe Beamte. Unterdessen wurde die Millionenstadt Peshawar im Nordwesten Pakistans erneut von einem schweren Anschlag erschüttert. Mindestens drei Menschen wurden getötet, etwa 30 teils schwer verletzt. Unter gewaltigen Trümmerbergen wurden weitere Opfer vermutet.

Nach Polizeiangaben sprengte ein Selbstmordattentäter sein mit einer 250 Kilogramm schweren Bombe präpariertes Auto vor einer Polizeistation am Stadtrand in die Luft. Die Wucht der Explosion riss einen riesigen Krater in die Straße. Zahlreiche Gebäude wurden stark beschädigt, darunter eine Moschee. Die Behörden machten radikal-islamische Aufständische dafür verantwortlich.

Pakistan sei wieder ins Zentrum der sicherheitspolitischen Planungen Washingtons gerückt, während die Lage in Afghanistan und die angepeilte Entsendung zusätzlicher Soldaten die öffentliche Debatte beherrschten, schrieb die «New York Times». In aller Stille sei der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist, um die US-Haltung deutlich zu machen. Demnach verlangen die USA, dass verstärkt radikalislamische Gruppen bekämpft werden, die von Pakistan aus Angriffe gegen US-Soldaten im benachbarten Afghanistan planen und ausführen. Auch müssten verstärkt Nachschub-Strukturen der Terrorgruppe El Kaida ins Visier genommen werden.

Jones habe bei seinem Besuch dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari einen Brief überbracht, in dem Obama die Erwartung äußere, dass er «die politischen Institutionen und die Sicherheitskräfte des Landes zu einer gemeinsamen Kampagne gegen Extremisten vereint, die Pakistan und Afghanistan bedrohen». Islamabad habe umgekehrt aber die Sorge geäußert, dass die USA zu viele Soldaten an der Grenze stationierten und dadurch mehr Taliban nach Pakistan gedrängt werden könnten, schreibt die Zeitung.

Obama will in den nächsten Wochen über eine Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan entscheiden. Der US-Präsident will nach den Worten von Verteidigungsminister Robert Gates verschiedene Optionen kombinieren, die jeweils die zusätzliche Entsendung von bis zu 40 000 Mann vorsehen. Obama wolle vor allem klären, wie und wann die USA die Verantwortung in Sicherheitsfragen an die afghanische Regierung abgeben. Die USA haben derzeit 68 000 Soldaten am Hindukusch.

Mitte Oktober hatte die pakistanische Armee eine Offensive gegen die Taliban im südwestlich von Peshawar gelegenen Stammesgebiet Süd-Waziristan gestartet. Die Extremisten verüben seitdem verstärkt Anschläge gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte sowie zivile Ziele im Nordwesten des Landes. Vor allem Peshawar, Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz, wird immer wieder Ziel von Bombenanschlägen und Angriffen.

Erst am Samstag hatte ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeistation in der Stadt zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Am Sonntag vereitelten Sicherheitskräfte einen Taliban-Angriff auf das Haus des Chefs einer regierungstreuen Stammesmiliz in Peshawar. Bei dem Schusswechsel wurden nach Polizeiangaben drei Angreifer getötet. Ende Oktober starben mehr als 100 Menschen, als in einer belebten Geschäftsstraße Peshawars eine Autobombe explodierte. Bei der Militäroffensive in Süd-Waziristan kamen nach offiziellen Angaben bislang 542 Extremisten und mehr als 60 Soldaten ums Leben.

Konflikte / Pakistan
16.11.2009 · 14:57 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen