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USA befürworten afghanische Gespräche mit Taliban

Afghanistans Präsident Hamid Karsai setzt sich schon seit längerem für Gespräche ein. (Archivbild)Großansicht

Washington (dpa) - Die USA befürworten Gespräche der afghanischen Regierung mit moderaten Taliban zur Befriedung des Landes. Das hat US-Außenamtssprecher Philip Crowley am Mittwoch bekräftigt.

Schon früher hatte die US-Regierung mehrfach betont, sie unterstütze Bemühungen um eine Einbindung von Taliban, die der Gewalt abschwören und die gegenwärtige Regierung sowie die Gesetze des Landes akzeptieren. Der Sprecher reagierte damit auf einen Bericht der «Washington Post», wonach die Regierung von Präsident Hamid Karsai geheime Gespräche mit den Taliban führt. Die USA seien nicht daran beteiligt. Auch bestätigte Crowley derartige Kontakte nicht. Es handele sich letztendlich um eine Angelegenheit der afghanischen Regierung.

Wie das Blatt unter Berufung auf zahlreiche nicht näher genannte afghanische und arabische Quellen berichtet, gibt es hochrangige Gespräche mit dem Ziel, den Krieg auf dem Verhandlungswege zu beenden. Zwar befänden sich die Gespräche lediglich in einer vorbereitenden Phase, heißt es. Allerdings gingen die Quellen davon aus, dass die Taliban-Vertreter erstmals auch im Namen des Taliban-Führungsrates «Quetta Schura» am Verhandlungstisch säßen. Eine der anonymen Quellen meinte über die Taliban: «Es ist ihnen sehr, sehr ernst, einen Ausweg zu finden.»

Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte über Verhandlungen. Zwar betonte die Taliban-Führung um Mullah Omar stets offiziell, vor einem Abzug der internationalen Truppen könne es keine Gespräche geben. Doch vor einem Jahr gab es bereits in Saudi-Arabien einen Gesprächsanlauf, der jedoch kein greifbares Ergebnis brachte. Präsident Hamid Karsai setzt sich seit langem für Gespräche ein.

Die «Washington Post» beruft sich nach eigenen Angaben auf etwa ein halbes Dutzend Informanten, die an den Gesprächen beteiligt oder damit am Rande beschäftigt seien. Unklar sei, wo die geheimen Kontakte stattfänden. Einige Quellen sprechen von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Es solle um ein «umfassendes Abkommen» gehen, schreibt das Blatt. Ein Kernpunkt sei dabei der Rückzug der US- und NATO-Truppen. Auch eine mögliche Beteiligung von Taliban an der Regierung in Kabul sei im Gespräch. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Präsident Barack Obama hatte die US-Truppen in diesem Jahr massiv verstärkt, aber bereits den Beginn eines Rückzugs für Sommer 2011 angekündigt.

Der Angriff auf das Taliban-Regime in Kabul vor neun Jahren, den die Vereinten Nationen absegneten, war eine Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Es hieß, die Taliban erlaubten dem für die Anschläge verantwortlichen Al-Kaida-Terrornetzwerk, Kämpfer in Afghanistan auszubilden.

Anfangs konnten die Alliierten rasche Erfolge verkünden: Das Taliban-Regime wurde gestürzt, später eine Verfassung ausgearbeitet, es gab Wahlen und die Regierung Karsai installiert. Doch Al-Kaida-Chef Osama bin Laden wurde bislang nicht gefasst. Zudem gelang es den Taliban, sich zu reorganisieren und ihre Angriffe in den vergangenen Monaten zu verstärken.

Artikel «Washington Post»

Konflikte / Afghanistan
06.10.2010 · 21:52 Uhr
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