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US-Wahlkampf: Republikaner bringen sich in Stellung

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Washington (dpa) - Rund eineinhalb Jahre vor der Präsidentenwahl in den USA wird der Kampf ums Weiße Haus zunehmend spannend. Mit scharfen Angriffen auf den Amtsinhaber Barack Obama brachten sich in der ersten großen TV-Debatte sieben Kandidaten der oppositionellen Republikaner in Stellung.

Die vom Nachrichtenkanal CNN am Montagabend zur besten Sendezeit ausgestrahlte Diskussion im Saint Anselm College im US-Staat New Hampshire galt als inoffizieller Startschuss für einen Wahlkampfmarathon, der erst am 6. November 2012 wieder enden wird.

Die Republikaner müssen aus ihren Reihen einen Gegenkandidaten zu Obama nominieren, der nach zweieinhalben Jahren im Amt bereits seine Kampagne für eine Wiederwahl begonnen hat. Doch anstatt einander hart anzupacken, knöpften sich die parteiinternen Rivalen in ihrer Debatte zunächst vor allem die Wirtschaftspolitik des Präsidenten vor. «Die Obama-Regierung ist eine zerstörerische Kraft gegen Arbeitsplätze», sagte etwa der frühere Parlamentspräsident Newt Gingrich.

Der eindeutige Favorit im Feld der republikanischen Bewerber, Mitt Romney, warf dem Amtsinhaber wegen der hohen Arbeitslosigkeit erneut «Versagen» vor. Dem Publikum präsentierte sich der Multimillionär und ehemalige Gouverneur von Massachusetts selbstbewusst als klarer Herausforderer von Obama. «Ich kann nicht abwarten, mit ihm zu diskutieren», sagte der 64-Jährige, der zum zweiten Mal das höchste Amt im Staat anstrebt, nachdem er 2008 in den Vorwahlen gescheitert war.

Einen Punktsieg erzielte die einzige Frau in der Runde. Die Kongressabgeordnete Michele Bachmann wählte in einem ungewöhnlichen Schritt die Sendung als Ort, um verbindlich ihre Kandidatur anzukündigen. Sie habe am Tag der Debatte die nötigen Papiere dafür eingereicht. Die Kommentatoren und hinterher befragte Zuschauer überraschte die bislang wenig ernst genommene 55-Jährige mit ihren klaren, volksnahen Aussagen. Ihrer Partei versprach sie einen Wahlsieg: «Obama ist ein Präsident mit nur einer Amtszeit».

Weitere Teilnehmer der zweistündigen, zahmen Debatte waren der Geschäftsmann Herman Cain und der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty. Auch der Abgeordnete Ron Paul sowie der einstige Senator Rick Santorum versuchten, sich auf der nationalen Bühne ins rechte Licht zu rücken. Nicht nur der Moderator John King, sondern zahlreiche Gäste im Publikum durften teils harte Fragen stellen.

Neben der Arbeitslosigkeit zählten die massive Staatsverschuldung und Obamas Gesundheitsreform zu den Hauptthemen. Die außenpolitische Diskussion drehte sich vor allem um den Kampf gegen den Terrorismus. Kosten für Militäreinsätze im Ausland - auch in Afghanistan - sollten zum Wohle inländischer Investitionen eingeschränkt werden, lautete der Tenor. Fast alle Bewerber sprachen sich dafür aus, amerikanische Soldaten sofort nach Hause zu holen. «Unsere Truppen sollten nicht rausgehen und versuchen, Unabhängigkeitskriege anderer Nationen zu führen», sagte Romney.

Das Kandidatenfeld der Republikaner ist voraussichtlich noch nicht komplett und so fehlten manche potenziellen Bewerber bei der Debatte. Erwartet wird etwa, dass auch die Rechtspopulistin Sarah Palin ihren Hut in den Ring wirft. Die Vizepräsidentschafts-Kandidatin von 2008 steht in vielen Umfragen an zweiter Stelle hinter Romney, obwohl sie bisher keine Kandidatur angekündigt hat.

Palin ist wie Bachmann eine Favoritin der Tea-Party-Basisbewegung am rechten Rand der Republikaner - weshalb Beobachter ein spannendes Duell zwischen beiden erwarten. Auch der frühere Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, sowie der populäre Gouverneur von Texas, Rick Perry, könnten das Feld noch aufwirbeln.

Auch Obama nutze den Montag für seinen Wahlkampf. Er sammelte in Florida Spendengelder für seine Kampagne.

Wahlen / USA
14.06.2011 · 16:22 Uhr
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