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US-Sicherheitsberater äußert Skepsis über Truppenverstärkung in Afghanistan

Washington (dts) - Der Sicherheitsberater des Weißen Hauses, General James Jones, hat im Gespräch mit dem Magazin "Spiegel" die Forderungen der US-Militärs nach Entsendung weiterer 40 000 Soldaten nach Afghanistan de facto zurückgewiesen: "Generäle fordern immer zusätzliche Truppen", sagte er: "Ich bin überzeugt, dass wir die Probleme vor Ort nicht allein durch den Einsatz von Militär lösen." Es gebe keine Obergrenze, die das Problem lösen würde. "Wir könnten 200 000 Soldaten dort im Einsatz haben und das Land wird sie aufsaugen, wie es das in der Vergangenheit schon getan hat." Stattdessen brachte Obamas oberster Sicherheitsberater eine Übertragung von Verantwortung auf afghanische Institutionen und einen Rückzug der Nato-Streitkräfte ins Gespräch. Er sagte: "Unser Ziel muss es sein, in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Regierungsapparat baldmöglichst Verantwortung an die Afghanen zu übertragen." Diese Rückübertragung von Verantwortung solle "innerhalb kürzest möglicher Zeit" erfolgen. Er könne zwar nicht sagen, wie lange die US-Truppen in Afghanistan bleiben sollten, betonte jedoch die Forderung nach mehr Verantwortung auf Seiten Afghanistans. Jones erteilte dem Konzept eines vom Westen zu leistenden Nation-Building eine Absage: "Wenn die Afghanen die Segnungen einer demokratischen, friedfertigen Gesellschaft mit besseren Lebenschancen für ihre Kinder haben wollen, dann müssen die Zentralregierung und die Gouverneure in den Provinzen ihre Aufgaben besser erledigen als in der Vergangenheit." In der Bedrohungsanalyse des Sicherheitsberaters spielen nicht die Taliban, sondern das Terrornetzwerk al-Qaida, das vor allem aus Pakistan heraus operiert, die wichtigste Rolle: "Unser Ziel ist es, das al-Qaida-Netzwerk zu besiegen und zu zerstören. Al-Qaida ist die größte Gefahr für Amerika und für Europa, denn diese Leute schrecken vor nichts zurück."
USA / Afghanistan / Truppenverstärkung
08.11.2009 · 09:26 Uhr
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