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US-Sheriff lässt Häftlinge in die Pedale treten

US-GefängnisGroßansicht
Washington (dpa) - Im Gefängnis von Maricopa in Arizona müssen weibliche Häftlinge neuerdings in die Pedale treten, um Fernsehen zu können. «Wer TV will, muss sich das verdienen», meint Sheriff Joe Arpaio, der in den USA bereits seit längerem für harten Umgang mit Strafgefangenen berüchtigt ist.

Wie er dem TV-Sender Fox News weiter sagte, geht es ihm bei seinem Programm  «Pedal Vision» (etwa: Pedalieren und Schauen) auch darum, die Fettleibigkeit vieler Häftlinge zu bekämpfen.

Sobald die Gefangenen durch ihre Muskelkraft die elektrische Spannung von zwölf Volt erzeugen, springt der  Bildschirm an. Zunächst müssen sich aber nur Frauen an der Fronarbeit beteiligen. «Sie scheinen empfänglicher für meine Idee.» Später müssten sich aber auch die Männer abstrampeln. Auch die TV-Programme schränkt der Sheriff sehr eigenwillig ein: Es gibt nur die Wahl zwischen Wetterkanal, Kochsendungen und Parlamentsübertragungen.

Arpaio nennt sich selbst «Amerikas härtester Sheriff» und hat bereits durch höchst umstrittene Sparmaßnahmen Schlagzeilen gemacht. So kaufte er aus Restbeständen der US-Armee Zelte für seine Häftlinge und nennt das Gefängnis seitdem «Tent City Jail». Außerdem kriegen die Insassen nur zweimal am Tag eine Mahlzeit.

Allerdings wird er von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International scharf kritisiert. Die Organisation «Middle Ground Prison Reform» führt eine Klage gegen ihn, weil er Videos von Häftlingen auf der Toilette aufnehmen lässt und die Bilder ohne Zustimmung veröffentlicht. Arpaio ist seit 1993 im Amt und wurde bei Wahlen stets mit klarer Mehrheit bestätigt.

Strafvollzug / USA
07.04.2010 · 11:13 Uhr
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