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US-Reisewarnung nach blutigem Wochenende in Mexiko

Erschossene Polizisten in Acapulco.Großansicht
Mexiko-Stadt/Washington (dpa) - Einer Welle blutiger Gewalt hat am Wochenende in Mexiko Dutzende von Menschenleben gekostet. Auch vor diplomatischem Personal machten die Killer nicht halt.

In der Grenzstadt Ciudad Juárez wurden dem US-Fernsehsenders CNN zufolge aus einem Auto heraus eine amerikanische Mitarbeiterin des US-Konsulats, ihr Ehemann sowie der Ehemann einer mexikanischen Angestellten erschossen. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Bluttat scharf. Das Außenministerium in Washington sprach eine Reisewarnung aus und forderte die Beschäftigten von sechs grenznahen US-Konsulaten auf, ihre Angehörigen aus der Region in Sicherheit zu bringen.

Ciudad Juárez gilt als eine der gefährlichsten Städte Mexikos. Durch sie führt eine der wichtigen Drogenrouten in die USA. Nach Angaben des US-Außenministeriums kamen dort im vergangenen Jahr im Zuge des Drogenkriegs mehr als 2600 Menschen ums Leben.

In dem nördlichen Bundesstaat Sinaloa starben acht Menschen, als Bewaffnete eine Geburtstagsfeier in der Ortschaft Navolato überfielen. In Acapulco am Pazifik wurden 28 Personen getötet, darunter sechs Polizisten, wie Medien am Sonntag berichteten. Im südlichen Bundesstaat Chiapas griffen Unbekannte Einrichtungen der Staatsanwaltschaft aus Fahrzeugen mit Handgranaten an. Wie die Zeitung «El Universal» meldete, wurde dabei einer der Angreifer getötet, weil eine Granate noch im Auto explodierte.

Nach dem Angriff auf die Geburtstagsfeier in Sinaloa entdeckten die Behörden am Ort des Geschehens acht Tote. Derartige Attacken von Mitgliedern organisierter Banden haben sich in den vergangenen Monaten gehäuft. In der Region von Acapulco rund 400 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt wurden indessen in den frühen Morgenstunden des Samstags nicht nur sechs Polizisten ermordet. Beamte fanden zudem fünf von Kugeln durchsiebte Leichen und an einer anderen Stelle weitere drei Leichen. Auch in anderen Gebieten des Bundesstaates Guerrero, in dem Acapulco liegt, wurden bei Schießereien weitere Menschen getötet, und manche von ihnen enthauptet. Außerdem wurde ein am Freitag entführter Journalist tot entdeckt.

Präsident Obama sei «zutiefst erschüttert und empört über die Berichte von den brutalen Morden an den drei Menschen, die mit US-Konsulat in Ciudad Juárez in Verbindung standen», hieß es in einer Mitteilung des Sprechers des Nationalen Sicherheitsrates, Mike Hammer. «Gemeinsam mit den mexikanischen Behörden werden wir unermüdlich daran arbeiten, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen.»

Im Krieg der Drogenkartelle untereinander und des Staates gegen die Banden sind in ganz Mexiko im vergangenen Jahr mehr als 7000 Menschen ums Leben gekommen. Brennpunkte der blutigen Auseinandersetzungen sind vor allem die nördlichen Bundesstaaten, die an die USA angrenzen, aber auch die mexikanische Hauptstadt-Region und die sie umgebenden Bundesstaaten.

Kriminalität / Mexiko / USA
14.03.2010 · 19:47 Uhr
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