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US-Regierung zu «Bottom Kill» entschlossen

Wochenlang strömte Öl ungehindert in den Golf von Mexiko: Der US-Bundesstaat Alabama hat nun angekündigt, BP auf Schadensersatz zu verklagen.Großansicht

Washington (dpa) - Die US-Regierung ist entschlossen, die ramponierte Ölquelle im Golf von Mexiko auch von unten und damit ein für allemal zu versiegeln - möglicherweise zum nächsten Wochenende. «Der Bottom Kill wird ausgeführt», sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Samstag.

Entsprechend werde auch ein Nebenzugang zu dem Bohrloch fertiggestellt, durch den dann Schlamm und Zement gepumpt werden. Derweil sagte Präsident Barack Obama den Menschen am Golf bei einem Besuch weitere Hilfe zu.

Allen kündigte noch für Samstag eine Anweisung an, nach der BP zunächst weitere Messungen vornehmen und zudem Pläne vorlegen soll, wie auf einen zu großen Druckaufbau in dem Bohrloch während es Versiegelungsmanövers reagiert werden soll. Mit Ergebnissen rechne er am Montag oder Dienstag, sagte der Admiral. Danach werde er eine weitere Order erlassen, das letzte Stück des Nebenzugangs zu bohren. Bis zum Durchstich könnte es dann noch etwa vier Tage dauern.

Obama sagte bei seinem Besuch in Panama City (Florida) am Samstag: «Unser Job ist noch nicht beendet, und wir gehen nicht weg, bis er es ist» Er habe versprochen, den Menschen in der Region beizustehen, bis sie sich «vollständig von dem angerichteten Schaden erholt haben».

Ziel des Kurzbesuchs der Präsidentenfamilie war auch, der angeschlagenen Tourismusbranche entlang der Golfküste unter die Arme zu greifen. Obama betonte, die Zahlung von Schadensersatz dürfe nicht verschleppt werden. Jede Verzögerung, ob durch BP oder die Verwalter eines entsprechenden Hilfsfonds, sei «inakzeptabel».

Derweil verklagte auch der von der Ölpest betroffene US- Bundesstaat Alabama BP auf Schadensersatz. Der Ölkonzern habe Alabama und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt, begründete Generalstaatsanwalt Troy King den Schritt. Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel «Deepwater Horizon», die Firmen Anadarko und TransOcean. «Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen.». Eine Summe nannte er nicht. Gegen den Ölkonzern sind bereits hunderte Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden.

BP wies die Vorwürfe zurück. «BP hat sich bereits freiwillig bereiterklärt, allen rechtmäßig angemeldeten wirtschaftlichen Schaden zu übernehmen», sagte eine Sprecherin. BP habe eine Verpflichtung über 20 Milliarden Dollar abgegeben und schon 352 Millionen bezahlt.

Das Bohrloch war Anfang des Monats bereits von oben mit Zement geschlossen worden. Zwei Wochen zuvor hatte BP die Quelle mit einem Deckel abgedichtet. Seitdem strömt kein Öl mehr aus. Der britische Konzern bohrt den Nebenzugang seit Anfang Mai. Knapp zwei Wochen zuvor hatte das Öl-Drama im Golf von Mexiko begonnen.

Durch den zusätzlichen «Bottom Kill» soll vor allem sichergestellt werden, dass auch ein Hohlraum zwischen dem Innen- und Außenrohr im Bohrloch verschlossen ist. Am Donnerstag hatte es geheißen, genau dies könnte bereits durch das vorausgegangene Versiegeln von oben geschafft worden sein. Dabei war die Frage aufgekommen, ob der «Bottom Kill» überhaupt noch notwendig ist.

Aus dem Leck waren seit Ende April insgesamt etwa 660 000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.

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Umwelt / USA
14.08.2010 · 21:25 Uhr
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