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US-Offensive gegen Taliban fordert erste Opfer

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Kabul/Washington (dpa) - Die Großoffensive der amerikanischen Truppen gegen die radikalislamischen Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand hat erste Opfer gefordert: Ein US-Marineinfanterist sei getötet und mehrere andere seien verwundet worden.

Das teilten die amerikanischen Streitkräfte in der Nacht zum Freitag mit. Zu möglichen Opfern unter den Taliban machte die US-Armee keine Angaben. Sie betonte jedoch, es lägen keine bestätigten Berichte über Opfer unter der Zivilbevölkerung vor. Die Streitkräfte hätten bei der Offensive bislang weder Artillerie eingesetzt noch Ziele aus der Luft bombardiert. Die Operation gegen die Aufständischen dauere an.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums vom Donnerstagabend starben in Helmand durch eine Bombe ein Oberstleutnant und ein Soldat. Sechs Briten wurden verletzt. Seit dem Beginn des Einsatzes in Afghanistan 2001 starben damit 171 Briten. Der Oberstleutnant sei der ranghöchste britische Offizier, der bei einem Militäreinsatz seit dem Falklandkrieg 1982 ums Leben gekommen sei, hieß es.

Zivile Opfer bei internationalen Militäroperationen, zu denen es in der Vergangenheit besonders bei Luft- und Artillerieangriffen kam, haben zu großem Unmut in der afghanischen Bevölkerung geführt. Die Vereinten Nationen hatten noch vor Beginn der Operation «Khanjar» (Krummdolch) in Helmand am Donnerstag vor einer Zunahme der Zahl an zivilen Opfern gewarnt. Zugleich hatten die UN aber betont, für die meisten Opfer in der Zivilbevölkerung seien weiterhin Anschläge der Taliban verantwortlich.

Amerikanische Truppen hatten am Donnerstag ihre erste Großoffensive gegen die Taliban in Afghanistan seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama begonnen. Rund eineinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl in dem Land am Hindukusch seien an der Operation «Khanjar» in Helmand knapp 4000 US-Marineinfanteristen und 650 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt, meldeten die US- Streitkräfte. Die Taliban haben weite Teile Helmands unter Kontrolle.

Am Donnerstag war auch bekannt geworden, dass die Taliban in der südostafghanischen Provinz Paktika einen US-Soldaten gefangen genommen hatten. Ein Pentagonbeamter in Washington bestätigte, dass damit zum ersten Mal in Afghanistan ein amerikanischer Soldat in die Hände der Extremisten gefallen ist. Der örtliche Taliban-Kommandeur Mullah Sangin sagte, neben dem US-Soldaten hätten die Aufständischen drei afghanische Soldaten gefangen genommen. Forderungen für die Freilassung des Amerikaners seien nicht gestellt worden. Darüber werde der Führungsrat der Taliban entscheiden.

Das US-Militär teilte mit, Ziel der Operation in Helmand sei es, der Bevölkerung in Orten entlang des Helmand-Flusses Sicherheit zu bringen und den Einfluss der Kabuler Regierung in der Gegend wieder herzustellen. Zudem sollten in der Region stabile Bedingungen für die Präsidentschaftswahl am 20. August geschaffen werden. Die Stärke der Truppen und die Schnelligkeit ihres Einsatzes unterscheide «Khanjar» von früheren Operationen. Der Sprecher des Gouverneurs von Helmand, Daud Ahmadi, betonte, der zivile Wiederaufbau werde parallel zur Militäroperation erfolgen.

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte der Deutschen Presse- Agentur dpa nach Beginn der Operation in Helmand, die Aufständischen hätten «mehr als ein Dutzend» ausländische Soldaten getötet. Die Taliban hätten keine Opfer zu beklagen. Angaben der Taliban gelten als hochgradig unzuverlässig. Ahmadi sagte weiter: «Die ausländischen Truppen bombardieren zivile Ziele statt Verstecke der Taliban.» Die Aufständischen hätten sich an sicheren Orten versteckt.

Die pakistanische Armee teilte mit, sie habe auf ihrer Seite der Grenze Truppen stationiert, um Taliban-Kämpfer an der Flucht aus Helmand zu hindern. «Unsere Soldaten werden die Bergwege bewachen, die die Taliban dazu benutzen können, die (südwestpakistanische) Provinz Balutschistan zu infiltrieren», sagte der pakistanische Armeesprecher Athar Abbas.

Konflikte / Afghanistan / USA
03.07.2009 · 11:12 Uhr
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