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US-Konzerne loben Standort Deutschland

Düsseldorf (dts) - Mehr als zwei Drittel der in Deutschland tätigen US-Konzerne sind mit dem Standort zufrieden. Das ergab eine aktuelle Umfrage der US-Handelskammer in Deutschland (AmCham) und der Unternehmensberatung Roland Berger, die dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) vorliegt. Die Befragten, zu denen US-Konzerne wie General Electric, 3M, Dow Chemical, Procter & Gamble, Microsoft oder Motorola gehören, sehen Deutschland wegen der unsicheren Zukunftsaussichten durch die Euro-Krise als "Fels in der Brandung".

Insgesamt sind 2.200 US-Firmen in Deutschland tätig. Sie erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 150 Milliarden Euro und beschäftigten rund 350.000 Mitarbeiter. Gefragt, was sie am Standort am meisten schätzen, nennen die Vertreter der US-Unternehmen zuerst Stabilität, Sicherheit und Kontinuität. Klassische Standortfaktoren wie qualifizierte Fachkräfte, Marktgröße und Infrastruktur folgen. Zugleich lassen die Risiken durch die Euro-Krise alle anderen Hemmnisse für Geschäfte in Deutschland vorübergehend in den Hintergrund rücken. Personalengpässe, zu viel Bürokratie oder gar die Lohnkosten fallen deutlich weniger negativ ins Gewicht als früher. Das Image und die Rolle Deutschlands für US-Unternehmen hat sich deutlich zum Besseren gewandelt. "Mitte der 90er-Jahre hat keiner mehr einen Pfifferling auf Deutschland gewettet, zu der Zeit gingen wir davon aus, dass die Wertschöpfung massiv nach Osteuropa verlagert wird", sagt Otmar Debald, Geschäftsführer von Procter & Gamble. Ähnlich positiv äußert sich Fred Irwin, Präsident der US-Handelskammer in Deutschland: "Deutschland ist und bleibt das Zugpferd Europas." Jedoch hört Irwin von vielen in Deutschland tätigen US-Unternehmen auch, dass diese überzeugende Konzepte zur Lösung der Euro-Krise vermissen. Die US-Unternehmen sehen außerdem wichtige Exportmärkte Deutschlands wegbrechen. Trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds sind die US-Firmen für 2012 mehrheitlich optimistisch. 81 Prozent gehen laut der Umfrage von einem weiteren Umsatzwachstum aus. Die Erwartungen für Beschäftigte und Investitionen sind im Vergleich zum Jahr 2011 fast unverändert. Allerdings: Nur acht Prozent der in Deutschland tätigen US-Unternehmen wollen die Produktion hierzulande ausbauen, zehn Prozent aber abbauen.
DEU / USA / Unternehmen / Industrie / Daten
02.04.2012 · 17:32 Uhr
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