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US-Ermittler dürfen Bin-Laden-Witwen verhören

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Islamabad/Washington (dpa) - US-Ermittler dürfen die Witwen Bin Ladens nun doch befragen: Pakistans Innenminister Malik sagt, als «Partner» im Krieg gegen den Terrorismus werde man natürlich Informationen mit den USA teilen. Unterdessen erhöht auch Indien den Druck auf den Erzfeind Pakistan.

Natürlich würden Befragungen der Witwen erlaubt, sagte Innenminister Rehman Malik dem US-Sender CNN auf eine entsprechende Frage. «Wir haben keine Einwände dagegen, diese Information mit ihnen (den USA) zu teilen.» Auf die Frage, ob Pakistan erwogen habe, den Zugang zu verweigern, sagte Malik in dem in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Interview: «Warum sollten wir das tun? Wir kämpfen einen Krieg als Partner.»

Der Sender CBS hatte am Dienstag über eine Vereinbarung berichtet, nach der US-Beamte die Frauen persönlich vernehmen und nicht nur Fragen einreichen dürfen. Pakistanische Regierungsstellen erklärten aber danach, es sei noch nichts entschieden. Die Witwen, die bei der Erstürmung von Bin Ladens Anwesen in der nordwestpakistanischen Stadt Abbottabad festgenommen wurden, werden derzeit vom pakistanischen Geheimdienst ISI verhört. Zwei der Frauen stammen nach pakistanischen Angaben aus Saudi-Arabien, die dritte aus dem Jemen.

Nach dem grundsätzlichen Nein des Weißen Hauses zur Veröffentlichung von Fotos des getöteten Bin Laden dürfen jetzt ausgewählte Mitglieder des US-Senats die Bilder ansehen. Das berichtete der US-Sender Fox News am Dienstag (Ortszeit). Allerdings müssten sich die Senatoren in das Hauptquartier des Geheimdienstes CIA in Langley begeben, um die als «grausig» geltenden Fotos zu betrachten.

Der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida war Anfang vergangener Woche von einem US-Sonderkommando bei einem Blitzeinsatz in Pakistan erschossen worden. US-Präsident Barack Obama hatte danach beschlossen, die Fotos nicht zur Veröffentlichung freizugeben. Damit sollten weitere Gewaltakte verhindert werden.

Die eigenmächtige US-Operation hat die Beziehungen zwischen den USA und Pakistan schwer belastet. Washington fordert von Islamabad Aufklärung darüber, wie Bin Laden jahrelang unentdeckt im Land leben konnte. Die pakistanische Regierung hat jede Verwicklung von Armee und ISI strikt zurückgewiesen.

Nach der Tötung Bin Ladens in Pakistan erhöht auch Indien den Druck auf das verfeindete Nachbarland. Der Nachrichtensender NDTV berichtete am Mittwoch, die Regierung in Neu Delhi habe eine Liste mit den aus indischer Sicht 50 meistgesuchten Terroristen erstellt, die sich in Pakistan aufhalten sollen. An der Spitze stehe der Islamist Hafiz Saeed, den indische Behörden für den Drahtzieher der Terrorserie von Mumbai Ende 2008 halten.

Die indische Regierung wirft Islamabad regelmäßig vor, dass Terroristen von Pakistan aus ungehindert Anschläge in Indien planen können. Pakistan weist das stets zurück. Nach der Eliminierung Bin Ladens durch US-Truppen in Pakistan Anfang vergangener Woche hatte die Regierung in Neu Delhi erneut kritisiert, dass Terroristen im Nachbarland Unterschlupf finden.

Terrorismus / USA / Pakistan
11.05.2011 · 16:17 Uhr
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