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Ursache für aggressive Kinderleukämie geklärt

Erlangen (dts) - Die Ursache für aggressive Kinderleukämie soll angeblich aufgeklärt sein. Das teilte die Universität Erlangen-Nürnberg mit. Demnach können nahezu alle Blutkrebserkrankungen bei Kleinkindern geheilt werden. Lediglich ein aggressiver Subtyp der Leukämie entzog sich bisher jeglicher Behandlung, sagte Professor Slany vom Lehrstuhl für Genetik der Universität. Zum ersten Mal konnte die Arbeitsgruppe an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Erlangen jetzt die biologische Funktion eines solchen "Fusionsproteins" aufklären. Durch die fehlerhafte Verknüpfung zweier - normalerweise getrennt vorliegender - Eiweißmoleküle entstehen "Beschleunigerpro­teine", die dazu führen, dass bestimmte, für die Blutzellentwicklung nötige Gene viel schneller als gewöhnlich abgelesen werden. Wie bei einer Fließbandherstellung, die in zu hohem Takt abläuft, kommt es dadurch zu einer Überproduktion der entsprechenden Genprodukte. Dadurch wird die Zellreifung blockiert. Mit der Aufklärung der an diesen Prozessen beteiligten Moleküle eröffnet sich nun auch die Möglichkeit, nach geeigneten Hemmstoffen dieser Proteine zu suchen, um die Taktrate des "Genfließbandes" wieder auf ein Normalmaß zu reduzieren. Derzeit wird die Verwendbarkeit dieser Leukämie-Therapie an den ersten Kandidaten untersucht.
DEU / Medizin / Wissenschaft
24.11.2009 · 17:00 Uhr
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