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Unternehmen fürchten Mehrkosten durch Zoll-Bürokratie

Frankfurt/Main (dts) - Europas Unternehmen drohen neue Belastungen im Zollwesen. Informationen des "Handelsblatts" (Donnerstagsausgabe) zufolge sieht Brüssel auch für Kleinstsendungen künftig schriftliche Zollanmeldungen vor. Bislang reichte in diesen Fällen eine mündliche Anmeldung aus.

Allein diese Neuheit kann einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern zufolge Mehrkosten von bis zu 100 Millionen Euro jährlich verursachen "Die Pläne der EU könnten zu einer uferlosen Bürokratie im Zollwesen führen. Exportstarke Unternehmen hätten enormen Mehraufwand, was die Kosten in die Höhe treiben kann", sagte Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), der Zeitung. Die geplante Neuregelung verschlechtere die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen, dies beeinträchtige die Attraktivität der EU als Standort Seit 2008 gibt es den Modernisierten Zollkodex für die EU. Nun bereitet die EU-Kommission die zu seiner Umsetzung nötige Durchführungsverordnung vor. Noch ist ungewiss, ob bislang mögliche Vereinfachungen erhalten bleiben oder alle Zollvorgänge künftig einzeln freizugeben sind. Die Vereinfachungen erlauben zum Beispiel, eine Sendung anzunehmen, ohne die Zollbehörde sofort einzuschalten. Solche Erleichterungen gelten als wichtige Voraussetzung für eine reibungslose Just-in-time-Produktion "Die EU-Kommission muss einen Kompromiss zwischen der Sicherheit und den Bedürfnissen einer modernen Wirtschaft finden", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Tillmann weiter. Viele Firmen arbeitet Just-in-time und seien deshalb auf pragmatische Zollverfahren angewiesen: "Andernfalls bekommen sie einzelne Komponenten nicht rechtzeitig und die Produktion erlahmt."
DEU / Unternehmen
28.09.2011 · 17:44 Uhr
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