News
 

Unruhen in Kingston: Zahl der Toten steigt

Blutiger Kampf um Gangsterhochburg in KingstonGroßansicht
Mexiko-Stadt/Kingston (dpa) - Jamaika hat den blutigen Kampf um Macht und Drogenhandel mit inzwischen 44 Toten immer noch nicht im Griff.

Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes in der Hauptstadt Kingston erklärte Premierminister Bruce Golding am Mittwochmorgen, er erwäge, den im Westen der Stadt geltenden Notstand auch auf Stadtteile im nahen Spanish Town auszudehnen. Bisher war es den Sicherheitskräften trotz einer massiven Offensive nicht gelungen, den mutmaßlichen Drogenboss Christopher «Dudus» Coke festzunehmen. Die USA verlangen die Auslieferung des Mannes, der sich mit seinen Anhängern in dem Stadtteil Tivoli Gardens verschanzt hatte.

Nach Angaben von Golding ist die Zahl der Toten vier Tage nach dem Ausbruch der Kämpfe auf mindestens 44 gestiegen. Beobachter sagten laut lokalen Zeitungsberichten, ihnen sei der Zutritt zu bestimmten Gebieten in Tivoli Gardens durch die Polizei verwehrt worden. Goldings erklärte, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könne. Armee und Polizei hatten am Montag mit dem Sturm auf Tivoli Gardens begonnen und waren dabei auf den erbitterten Widerstand bewaffneter Söldner und Anhänger Cokes gestoßen. 211 Personen wurden offiziellen Angaben zufolge festgenommen. Coke ist nicht unter ihnen.

Unterdessen forderte der frühere Polizeichef Jamaikas, Renato Adams, die Ausdehnung der Polizeiaktionen auf 80 weitere Stadtteile in Kingston und anderer Städte des Karibik-Landes. «Diese Stadtviertel werden von den Gangs belagert und beherrscht», sagte Adams der Tageszeitung «Jamaica Gleaner» am Mittwoch. «Diese Leute sind darauf abgerichtet, die Regierung zu hassen». Sie seien Komplizen korrupter Politiker und Unternehmer. Bereits im Jahre 2001 war es in Tivoli Gardens zu schweren Unruhen mit 25 Toten gekommen. Damals hatte Adams an der Spitze der Polizei gestanden.

Der erneute Ausbruch der Gewalt hatte sich Ende der vergangenen Woche an der Entscheidung der Regierung entzündet, den gesuchten Drogenboss Coke an die USA auszuliefern. Premierminister Golding, dem enge Verbindungen zu dem Unternehmer und Drogenhändler nachgesagt werden, hatte auf Druck Washingtons in der Hauptstadt einen für einen Monat geltenden Ausnahmezustand verhängt. Die Touristengebiete im Norden und Westen der Karibikinsel sind von den Unruhen nicht betroffen.

Jamaica Observer
Jamaica Gleaner

Innere Sicherheit / Kriminalität / Jamaika
26.05.2010 · 17:00 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
18.01.2017(Heute)
17.01.2017(Gestern)
16.01.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen