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Unruhen im Südsudan weiten sich aus

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Juba/New York (dpa) - Im Südsudan haben sich die schweren Unruhen von der Hauptstadt Juba auf andere Landesteile ausgeweitet. Mehrere Hundert Menschen sollen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen sein, weitere 300 wurden nach Angaben des Roten Kreuzes in Krankenhäusern behandelt.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in den zwei UN-Gebäuden in Juba inzwischen schon rund 20 000 schutzsuchende Zivilisten eingetroffen.

Präsident Salva Kiir wirft seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar vor, die Regierung stürzen zu wollen. Der vielschichtige Konflikt hat auch ethnische Dimensionen. Experten warnen vor einem neuen Bürgerkrieg in dem jungen Land, das sich erst 2011 vom Nachbarn Sudan abgespalten hatte.

Der im Juli vom Präsidenten entmachtete Machar wies die Vorwürfe zurück, die Ausschreitungen angezettelt zu haben. «Das war kein Putschversuch, und ich habe damit nichts zu tun», sagte der Politiker der Zeitung «Sudan Tribune». Machar will bei den Präsidentschaftswahlen 2015 als Kiirs Gegenkandidat antreten. Gleichzeitig kritisierte Machar den zunehmend autokratischen Führungsstil des Staatschefs. «Wir wollen ihn nicht mehr als Präsidenten des Südsudans.»

In Juba entspannte sich die Lage am Mittwoch. «Obwohl es seit Sonntag der bisher ruhigste Tag ist, geht die Krise weiter, denn jetzt wird in anderen Teilen des Landes gekämpft», sagte der Sprecher der UN-Friedensmission Unmiss, Joseph Contreras.

Im östlichen Bundesstaat Jonglei waren am Morgen Schusswechsel zu hören. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur dpa, zahlreiche Bürger seien in den umliegenden Busch geflüchtet. Andere brachten sich auf einem UN-Gelände in Sicherheit.

Eine Gruppe Soldaten, die gegen die Regierung von Kiir sei, habe den Flughafen in der Stadt Bor - der Hauptstadt von Jonglei - unter ihre Kontrolle gebracht, hieß es. «Die Rebellen haben Militärkasernen und den Airport eingenommen», berichtete der Journalist Jacob Jok. «Wir verstecken uns im Busch, nördlich der Stadt.»

Beobachter erklärten, die Ausschreitungen hätten sowohl politische als auch ethnische Hintergründe. In Jonglei leben mehrere verfeindete Volksgruppen, die sich immer wieder gegenseitig attackieren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich zutiefst besorgt über die Unruhen im Südsudan. «Das ist eine politische Krise, in die sofort mit politischem Dialog eingegriffen werden muss», sagte Ban vor Journalisten in New York. Den Vereinten Nationen lägen Berichte über viele Tote und Verletzte vor. «Wir sind gerade dabei, diese Berichte zu verifizieren.»

Konflikte / Militär / Südsudan
18.12.2013 · 18:04 Uhr
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