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Union und SPD entschärfen geplante Regelung zur Lohngleichheit

Berlin (dpa) - Union und SPD sind von ihren strengen Forderungen zur Lohngleichheit von Männer und Frauen abgerückt.

So fehlt nach dpa-Informationen in der Endfassung des Koalitionsvertrags die von der Arbeitsgruppe Familie geforderte ausgewogene Besetzung der Tarifkommissionen mit Männern und Frauen. Auch die Pflicht, die Bemühungen zur Entgeltgleichheit in Tarifverhandlungen zu dokumentieren, war am Montag vom Tisch.

Weiter strittig ist zwischen den Parteien der individuelle Anspruch auf Auskünfte über Gehaltsunterschiede für Arbeitnehmer sowie die Pflicht für große Unternehmen, anonymisierte Lohnberichte intern zu veröffentlichen. Übrig bleibt zunächst nur das Ziel, dass Tarifpartner und Politik typische Frauenberufe neu bewerten sollen, um sie möglicherweise besser zu bezahlen. Dies ist aber allein nicht viel mehr als ein Appell an die Tarifparteien.

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter kritisierte die geplante Abschwächung: «Den Anspruch, gleichen Lohn für gleiche Arbeit gesetzlich durchzusetzen, haben Union und SPD schon lange aufgegeben. Jetzt werden dem schwarz-roten Papiertiger auch noch die letzten Zähne gezogen.» Der Skandal, dass Frauenberufe schlechter bezahlt werden, weil sie von Frauen ausgeübt werden, bleibe damit erhalten.

Der Stundenverdienst von Frauen in Deutschland war 2012 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 22 Prozent niedriger als der von Männern. Hintergrund ist, dass Frauen und Männer oft in unterschiedlichen Branchen tätig sind und Männer häufiger besser bezahlte Führungstätigkeiten ausüben. Frauen haben auch öfter als Männer Teilzeitjobs oder sind geringfügig beschäftigt. Wenn man solche «arbeitsplatzrelevanten Merkmale» ausblendet, ist die Differenz kleiner. Bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit verdienten Frauen im vergangenen Jahr pro Stunde durchschnittlich sieben Prozent weniger als Männer.

Auf die Lücke in den Gehältern zwischen Mann und Frau macht in Deutschland seit 2008 der Verein Business and Professional Women mit dem «Equal Pay Day» aufmerksam. Das Datum des Aktionstags soll den Zeitraum verdeutlichen, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer Kollegen zu kommen. 2014 findet der Equal Pay Day am 21. März statt.

Parteien / Koalition / Arbeit / Frauen
25.11.2013 · 17:33 Uhr
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