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UNICEF: Missbrauch polizeilich verfolgen

Köln (dpa) - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF fordert «Null Toleranz» bei sexuellem Missbrauch von Kindern. Strafrechtlich relevante Vorwürfe müssten konsequent polizeilich verfolgt und nicht nur «intern» behandelt werden, heißt es in Erklärung.

Die Verjährung im Zivilrecht nach drei Jahren sollte mindestens auf zehn Jahre verlängert und damit dem Strafrecht angepasst werden. Dadurch könnten Opfer Schadenersatzansprüche auch noch nach dieser Zeit geltend machen. UNICEF begrüßt einen «runden Tisch» zur Aufarbeitung von Missbrauchs-Fällen.

Die aktuelle Diskussion müsse als Chance genutzt werden, die Sensibilität für Kinderschutz zu erhöhen, stellte die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland, Regine Stachelhaus, in einer Mitteilung fest. «Jedes Opfer, jede Beschwerde von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen muss ernst genommen und überprüft werden», forderte sie. Das tatsächliche Ausmaß sexuellen Missbrauchs sei sehr schwer zu erfassen, weil die Opfer zum Schweigen gedrängt würden.    

Gerade in Schulen, Internaten und Heimen müsse es verlässliche Beschwerdestellen geben, denen sich Kinder anvertrauen könnten. Opfer brauchten mehr Hilfs- und Beratungsangebote. In einem nationalen Aktionsplan zum Schutz vor sexuellem Missbrauch sollte die Umsetzung konkreter Maßnahmen geplant werden.

Kriminalität / Kirchen / Schulen
12.03.2010 · 12:35 Uhr
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