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Unicef: Deutschland für Kinder nur mittelmäßig

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Berlin (dpa) - Die Situation von Kindern hat sich in Deutschland nach Einschätzung der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef in den vergangenen Jahren leicht verbessert. Im Vergleich von 21 Industrieländern liegt die Bundesrepublik nach einer neuen Studie auf Platz acht.

2007 war es noch Rang elf. Es gebe aber «keinen Anlass, es sich auf einem Mittelplatz bequem zu machen», sagte die Geschäftsführerin von Unicef Deutschland, Regine Stachelhaus, in Berlin.

Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) lehnte bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt die Forderung der Unicef-Managerin nach Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz ab. Auch zu einer eigenen Kindergrundsicherung äußerte sie sich skeptisch: Sie setze auf andere, zielgenauere Instrumente wie den Kinderzuschlag oder den erhöhten Kinderfreibetrag.

Am Rechtsanspruch, von 2013 an für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anzubieten, werde «nicht gerüttelt, auf gar keinen Fall», stellt Köhler klar. Sie wies Einwände der Kommunen gegen den Ausbau von Krippenplätzen zurück. Der Bund habe seine Zusage erfüllt, vier Milliarden Euro beizusteuern. Nun seien die Kommunen am Zug. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte jüngst erklärt, der vorgesehene Rechtsanspruch sei nicht umsetzbar. Zur Begründung hieß es, ein Kita-Platz werde nicht wie angenommen von 35 Prozent, sondern von 66 Prozent der Eltern gewünscht. Das sei nicht bezahlbar. Köhler bezweifelte die Zahl.

Nach der Unicef-Studie haben Kinder in den Niederlanden, in Schweden und Finnland die besten Lebensbedingungen. Schlusslichter sind Großbritannien und die USA. Deutschland schneidet in der Unicef- Betrachtung wegen abweichender Daten besser ab als in anderen internationalen Vergleichsstudie.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es nach den Worten von Stachelhaus vor allem bei alleinerziehenden Frauen. Sie seien eine von der Politik vergessene Gruppe. «Der Armutsdruck für die Alleinerziehenden ist unverändert hoch geblieben.» Unicef rief dazu auf, den Kampf gegen Kinderarmut gezielt zu verstärken, etwa durch eine eigene Kindergrundsicherung.

Bei Bildung und Ausbildung verzeichnet die Studie für Deutschland Fortschritte. Besorgniserregend - zumal im internationalen Vergleich - sei aber, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen sehr düster in ihre beruflich Zukunft sehen und sich mit ihren Problemen häufig alleingelassen fühlen. Sechs Prozent fühlen sich als Außenseiter, elf Prozent «fehl am Platz».

Familie / Kinder
14.01.2010 · 15:38 Uhr
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