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Unglücksrabe statt Matchwinner: Arjen Robben

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Johannesburg (dpa) - Rackerei statt Rambazamba: Flügelflitzer Arjen Robben war einer der stärksten «Oranje»-Profis im Finale, doch am Ende sank der Star vom FC Bayern München zu Boden und schlug verzweifelt die Hände vors Gesicht.

Gegen Spanien wäre der frühere Profi von Real Madrid zu gern zum Matchwinner geworden - und die Chance dazu hatte er. Mit leerem Blick und leeren Händen ging Robben nach der bitteren 0:1-Niederlage vom Rasen. Aus der Traum vom WM- Pokal.

«Alleine kann ich es nicht richten», hatte Robben schon vor dem Showdown im Soccer-City-Stadion gesagt. Wenn bei Holland in der ersten Halbzeit was nach vorne ging, dann über rechts, über Robben. Zweimal holte der Angreifer eine Ecke raus. Ansonsten bekam er aber auch nicht viele Bälle von seinen Kollegen, die viel Defensivarbeit leisten mussten. In Joan Capdevila hatte Robben eine aufmerksamen Bewacher an seiner Seite, zudem trat ihm Spaniens Abwehrchef Carles Puyol nach einer guten Viertelstunde böse in die Beine.

In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hätte Robben die Niederländer fast in Führung gebracht: Seinen Flachschuss wehrte sein Ex-Real-Kollege Iker Casillas im Tor der Spanier gerade noch ab.

Ein Haken, nach innen ziehen und schießen: Mit seinem allbekannten Trick versuchte es der fleißige Robben gleich nach der Pause wieder, doch erneut war Kapitän Casillas auf der Hut. Und dann hatte Hollands Nummer 11 die nächste Riesenchance zum 1:0 auf dem Fuß: Nach einem Pass von Wesley Sneijder lief er in der 62. Minute alleine auf Casillas zu. Aber der Ball berührte noch den Fuß des Keepers, ehe er am Tor vorbeistrich. In der 83. Minute fehlten dem pfeilschnellen Robben nur ein paar Zentimeter, um vor Casillas an das Leder zu kommen. Sein drittes WM-Tor blieb Robben in seinem 56. und wichtigsten Länderspiel verwehrt.    

Wegen seines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel hatte er die ersten beiden Gruppenspiele verpasst und zerknirscht gemeint: «Die Nationalmannschaft und ich - das ist bislang noch keine glückliche Ehe. Immer wenn es zu den großen Spielen kommt, ist irgendetwas mit mir.» Zu seinen Zeiten in der Primera Division nannte man den verletzungsanfälligen Profi mitunter «gläserner Robben».    

Aber als es bei der WM in der K.o-Runde richtig losging, da explodierte der glatzköpfige Profi förmlich und war nicht mehr aus der «Elftal» wegzudenken. «Der lange Sprint vor meinem Tor gegen die Slowakei, das war ein großer Moment. Wenn der Muskel noch Probleme gemacht hätte, dann in dieser Szene. Doch ich habe nichts gespürt. Das war ein herrliches Gefühl.»

Im Viertelfinale reizte Robben seinen Gegenspieler Felipe Melo mit seinen Finten und auch mit seine Flugeinlagen bis aufs Blut. Da trat der Brasilianer zu und sah Rot. Beim 3:2 gegen Uruguay erzielte der gebürtige Groninger sein zweites WM-Tor. Als Ego-Show will er seine Sturmläufe aber nicht verstanden wissen. «Wir haben einige Spieler, die den Unterschied machen können», sagt der Angreifer.

In Deutschland war Robben schon vor der WM ein heißer Kandidat für den Titel «Fußballer des Jahres», der noch in diesem Sommer vergeben wird. Für den FC Bayern hat sich der 24 Millionen teure Einkauf vom vergangenen Jahr längst ausgezahlt. Robbens Marktwert wird mittlerweile auf knapp 40 Millionen geschätzt.

Fußball / WM / Robben / Niederlande
11.07.2010 · 23:37 Uhr
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